ACA im Vorstand der Österr. Akademie für Flugmedizin vertreten

Mitglieder des Vorstandes der Österreichischen Akademie für Flugmedizin haben mich als neues Vorstandsmitglied vorgeschlagen.

Das ist eine große Anerkennung für unsere Arbeit als Pilotenvertreter insgesamt und für die gute Beziehung zu dieser wichtigen Institution.

Ich denke, dass wir dadurch noch enger an die Entscheidungsträger in diesem Bereich heranrücken können, emfpinde es aber auch als große Verantwortung.

Zürser Tage für Flugmedizin

Auffallend viele Teilnehmer (über 50 aus unterschiedlichen europäischen Ländern)  durfte der Präsident der Österreichischen  Akademie für Flugmedizin – Herr Prof. Köstler – vor 3 Tagen hier in Zürs begrüßen. Die Vorträge und Diskussionen waren sehr interessant.

Heute gab Dr. Eidher als Vorsitzender der “aeromedical section” von Austro Control einen Überblick über Veränderungen gesetzlicher Rahmenbedingungen.

Im Anschluss daran folgte eine sehr lebhafte Diskussion über Sinn und Akzeptanz der neue eingeführten Regelungen in Österreich (Fragebogen bzw. Gesprächsleitfaden) bei der medizinischen Tauglichkeitsuntersuchung (MEDEX)  von Piloten.

Aufgrund der vielen doch recht kritischen Anmerkungen von Flugmedizinern bzw. auch von mir als ACA-Vertreter wurde dieser Thematik ein größerer Zeitrahmen zugebilligt.

Ich habe dargestellt, dass Fragebogen und auch der Gesprächsleitfaden die Vertrauensbasis zwischen Piloten und Flugmedizinern gefährden können.

Derzeit läuft ja europaweit eine Evaluierung, wie die einzelnen Staaten, die neuen EASA-Richtlinien umsetzen. Ziel dieser Erhebung ist die Umsetzung  einer einheitlichenVorgangsweise in allen europäischen Mitgliedsländern.

Ich habe abschließend vorgeschlagen, dass der Einsatz des Fragebogens temporär ausgesetzt wird, bis es eine einheitliche Vorgangsweise gibt.

Der Gesprächsleitfaden ist ohnehin nicht bindend für die Flugmediziner.

Dr. Eidher nahm alle Kommentare auf und zeigte sich gesprächsbereit. Allerdings signalisierte er auch, dass Austro Control eine erst kürzlich eingeführte Maßnahme nicht sofort wieder zurücknehmen würde. Wir bleiben in diesem sehr intensiv geführten Diskussionsprozess “im Spiel” und werden weiterhin die Bedenken unserer ACA-Mitglieder einbringen.

Morgen enden die Zürser Tage für Flugmedizin. In der übernächsten Ausgabe der ACA-Info wird es einen genauen Bericht über die wichtigesten Themenbereiche geben.

 

 

Akademie für Flugmedizin – Tagung 2019

Morgen beginnen die Zürser Tage für Flugmedizin.

So wie in den letzten Jahren auch schon, werde ich die Interessen der ACA bei dieser wichtigen Veranstaltung vertreten.

Ein Hauptanliegen stellen dabei die neuen Regelungen bei der medizinischen Tauglichkeitsuntersuchung (MEDEX) dar.

Die seit einigen Monaten von Austro Control vorgeschriebenen Methoden (Gesprächsleitfaden und psych. Fragebogen) lehen wir in dieser Form ab.

Die meisten Flugmediziner haben sich unserer Meinung nach einem längeren Diskussionsprozess angeschlossen. Ich werde auch auf den Zürser Tagen für Flugmedizin das Gespräch mit dem Leiter der Aeromedical Section von Austrod Control (Dr. Eidher) suchen.

Die Vorbereitung auf diesen Kongress war sehr aufwändig  und ich hoffe, dass  es zu intensiven Diskussionen mit Behördenvertreteren und Flugmedizinern kommt.

Es gibt bereits heute erste informelle Treffen, um eine gemeinsame Strategie für die nächsten Tage festzulegen.

Hier noch ein kurzer Auszug aus dem Programm der nächsten Tage:

  • Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz bei der Ausbildung von Piloten
  • Traumberuf Pilot? (vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen)
  • Belastung von Hubschrauberpiloten
  • Flugtauglichkeit bei spezifischen Krankheiten (Diabetes, Krebs,…)
  • Kardiologische Tauglichkeitsbeurteilung
  • Schilldrüsenfunktionsstörungen und fliegerische Tätigkeit
  • Infektionsrisken und Imfpungen für Flugpersonal
  • EASA update – legale Grundlagen für die Flugmedizin
  • Suizidalität bei Luftfahrtpersonal
  • Schädelhirntrauma und Flugtauglichkeit
  • Mentale Fitness von Luftfahrtpersonal
  • Anpassungsstörungen

 

Einen Bericht über die Zürser Tage für Flugmedizin wird es in einer der nächsten ACA-Info´s geben.

 

Huper Meeting Tokio – Medical

Heute ist das Huper Meeting in Tokyo zu Ende gegangen.

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen von medizinischen Themen.

Age Limit for Pilots: Die Diskussion um eine Anhebung des maximalen Lebensalters für Piloten von 65 auf 70 wird in erster Linie von wirtschaftlichen Argumenten getrieben. So gehen in nächsten 5 Jahren alleine in den USA bis zu 30 % aller Piloten in Pension. Aus medizinischer Sicht steigt das Risiko einer “sudden incapacitation” mit zunehmendem Lebensalter an. Die Häufigkeit gewisser Krankheiten steigt ebenfalls an.

Es gibt keine zuverlässigen Daten, welche Auswirkungen es hat, wenn die “Lebensflugstunden” von z.B. 30.000 auf 36.000.

Vom sicherheitstechnischen Aspekt stehen wir einer Anhebung des maximalen Alters für Piloten auf 70 Jahre sehr kritisch gegenüber.

MEDICAL: Die neuen Vorgaben der EASA hinsichtlich psychischer Tauglichkeitsfeststellung von Piloten werden recht unterschiedlich umgesetzt. Der in Österreich verwendetet Fragebogen bzw. Gesprächsleitfaden wurde sehr kritisch diskutiert. Die meisten anwesenden Mediziner sehen keine Notwendigkeit einen Fragebogen bzw. einen Gesprächsleitfaden zu verwenden. In Finland ist man der Meinung, dass Eintrag in den Akt des Piloten (… psychisch tauglich…) genügt.

Alkoholkontrollen in Japan: In Japan muss jeder Piloten vor dem 1. Flug des Tages eine Alkoholkontrolle absolvieren. Jeder Pilot hat ein eigenes Alkoholmessgerät, um bereits vor Dienstantritt eine Kontrolle durchfürhen zu können. Damit soll erreicht werden, dass die positiven Alkoholtests (die sehr häufig sind), deutlich zu reduzieren.

Es gibt dann bei Dienstantritt 2 Vorkontrollen und eine Hauptkontrolle. Kommt es bei den Vorkontrollen zu positiven Ergebnissen, muss der Haupttest nicht absolviert werden. Solche Fälle werden fluglinienintern abgehandelt (disziplinäre Verfahren bis hin zur Kündigung). Positive Haupttests müssen der Behörde gemeldet werden und führen zum Entzug der Lizenz.

In Finland bekommt jeder Pilot, der für eine Alkoholkontrolle vorgesehen ist, ein SMS. Diese Kontrollen können vom Piloten abgelehnt werden. Konsequenz einer Ablehnung: Der Dienst wird in einen freien Tag (unbezahlt) umgewandelt. Diese Vorgangsweise erscheint sonderbar, entspricht aber finnischen Gesetzen.

Über das Huper meeting in Tokyo wird es in der nächsten ACA-Info einen ausführlichen Bericht geben.

 

Tokio Tag 2

Der 2. Tag des HUPER meetings in Tokio stand ganz im Zeichen von Training und Licensing.  Nach wie vor behindern uns Vorgaben der Behörden, effizient zu trainieren.

Evidence Based Training und Competency Based Training können nur dann die gewünschte Wirkung entfalten, wenn wir aktuellen Anforderungen gerecht werden und Trainingsinhalte danach ausrichten können.

Manual Handling Skills ist nach wie vor ein Thema, dem wir uns vermehrt widmen müssen.

Die Einführung einer elektronischen Lizenz wird vor allem in Asien stark forciert. Hier gibt es allerdings noch Defizite beim Datenschutz.

HUPER Meeting Tokio – Human Factors

Am ersten Tag des meetings standen die HUMAN-Faktoren im Mittelpunkt des Interesses.

Die japanische Zivilluftfahrtsbehörde (JCAB – Japan civil aviation bureau) stellte eine umfangreiche Studie zu Fatigue vor. Ziel dieser Untersuchung war, Flugdienstzeiten anzupassen und kritische Faktoren zu ermitteln. Leider weist die Studie enorme Schwächen im Design und bei den verwendeten Methoden auf und würde wohl keiner wissenschaftlichen Überprüfung Stand halten. Auf meine Frage, warum nur Kapitäne in die Betrachtungen einbezogen wurden, sagte mir der Leiter der Untersuchung, dass man davon ausgehe, dass Kapitäne aufgrund ihrer Aufgabe wesentlich stärker von Müdigkeit betroffen sind, als Kopiloten!

Harry Nelson von Airbus hielt einen sehr interessanten Vortrag über inappropriate control inputs. Die Daten zeigen einen enormen Anstieg von control inputs, die zeitlich oder von der Intensität in der jeweiligen Situation nicht erorderlich oder erwünscht sind und zu kritischen Flugzuständen führen können. Darüberhinaus kommt es nach wie vor zu einer sehr hohen Anzahl an control inputs des PM.

Diese Thematik wird von EASA sehr intensiv untersucht – Airbus und Boeing stellen die Daten zur Verfügung. 2020 sollen die errsten Erkenntnisse dieser Untersuchungen veröffentlich werden und daraus konkrete Schulungserfordernisse abgeleitet werden.

NOTAMs: Die Flut an unübersichtlichen NOTAMs hat uns vor einem Jahr veranlasst, diese Thematik näher zu untersuchen. 2007 gab es 500.000 Notams – 2019 bereits 2Mio.Wir haben die verantwortlichen Stellen mit der für uns Piloten so unbefriedigenden Situation konfrontiert und versucht, Lösungen zu erarbeiten. Bei der Veröffentlichung von Notams wird auf die Bedürfnisse der Piloten in keinster Weise Rücksicht genommen. Es gibt eine viel zu hohe Anzahl an Notams, die älter als 100 Tage sind. Format und Filtermöglichkeiten sind vollkommen unbefriedigend.

Wir werden bis Jänner 2020 konkrete Vorschläge erarbeiten und diese den Behörden zur Verfügung stellen. Die Bereitschaft zu einer Veränderung ist dort recht groß – unsere Initiative wurde sehr positiv aufgenommen.

Es gab noch eine Vielzahl weiterer Themen, die diskutiert wurde.

Am 2. Tag steht das Thema “Training und Licensing” im Mittelpunkt – am 3. Tag Medical.

Huper Meeting Tokio, 12.-14.11.

Dienstag, 12. Nov. beginnt das “IFALPA HUMAN PERFORMANCE COMMITTEE MEETING”.

Während der kommenden  3 Tage werden ca. 50 Vertreter von den unterschiedlichen Pilotenverbänden aus aller Welt viele Themen sehr intensiv diskutieren.

Neben den großen Flugzeugherstellern Boeing und Airbus werden auch Behördenvertreter erwartet.

Solche Treffen bieten eine optimale Gelegenheit einerseits unsere Anliegen auf höchster Ebene einzubringen und andererseits wertvolle Information zu aktuellen Tehmen zu bekommen.