Dritte Piste VIE - was ACA dazu meint

Gespeichert von Administrator am/um 14. Februar 2017 - 13:42

Die gerichtliche Ablehnung der 3. Piste in LOWW läßt einen Piloten zunächst ratlos zurück. Umwelt /Klimaschutz-Argumente sind etwas, das Piloten tief berührt. Wer aus dem Cockpit die Schönheit unseres Planeten erleben darf, verspürt den starken Wunsch auch zum Erhalt der wunderbaren Natur beizutragen.

Wie stellt sich uns die Entscheidung dar? Die 3. Piste ist nicht wegen unmittelbarer Umweltschäden gerichtlich abgelehnt, sondern um den Luftverkehr generell zu beschränken und damit den Ausstoß von Gasen, die das Klima negativ beeinflussen, zu verringern.

Der aufmerksame Pilot wird jetzt nachdenklich. Gerade die weltweiten Pilotenverbände weisen auf abenteuerliche Förderung von Billigfluglinien hin. Staatliche Zuschüsse und z.B. Personalunion von Airline-Chef, Luftamt-Vorsitzenden und oberstem Bankmanager am arabischen Golf führen zu enormen Airline Wachstum. Diese Maschinen fliegen nach und von fast allen europäischen Ländern und stoßen Abgase aus. Das ein Billigticket keine Umweltschutz-Maßnahme ist, ist wohl auch Politikern und Richtern klar. Ebenso dass ein € 29.- Euro Ticket die Kosten nicht realistisch decken kann ...

Die 3. Piste in Wien würde neben der Kapazitätserhöhung auch Erleichterungen für die Damen und Herren in den Cockpits bringen. Diese Piste ist parallel zur bestehenden Piste 11/29 geplant und liegt damit 'gut im Wind’. Der saloppe Ausdruck meint, dass diese Pistenrichtung der Hauptwindrichtung am Flughafen Wien ideal entspricht. Auf der Piste 16/34, die kreuzend zur derzeitigen Piste 11/29 liegt müssen sich Piloten oft mit Seitenwind abmühen. Eine Parallelpiste zu 11/29 würde wohl auch zu Begeisterung bei der Flugsicherung führen. Derzeit müssen Flugbewegungen auf beiden Pisten immer koordiniert werden, Parallelpisten mit ausreichend Abstand können ‘unabhängig’ benutzt werden.

Verantwortungsbewussten Piloten liegt Umweltschutz sehr am Herzen, jede Warteschleife (Holding) oder weite RADAR Führung tut da weh! Ein Flughafen Wien mit 3 Pisten hätte da ein Potential für die Verkürzung von Flugzeiten durch raschere Anflüge (so lange die Zahl der Flugbewegungen nicht in die Nähe der Kapazitätsgrenze geht).

Abschließend sei der Gedanke gestattet, dass Airlines eigentlich öffentliche Verkehrsmittel sind. Ein Flughafen der mittels Bahn gut in der Region eingebunden ist und für größere Distanzen direkte Flugverbindungen bietet, braucht sich bei der Umweltbilanz  sicher nicht vor Fern-Autobahnen (Landverbrauch, Schadstoff-Ausstoß) verstecken.

Die Richter haben entschieden, wie sie es nach geltendem Recht auch müssen. Gefordert sind die gesetzgebenden Instanzen im Land und auf EU Ebene. Klimaschutz durch Verhinderung der 3.Piste in Wien erscheint doch sehr fragwürdig. Als Piloten würden uns einige recht wirksame Klimaschutz-Maßnahmen einfallen, die hätten mit Verhinderung von ‘Flag of Convenience’ (Airline Lizenzen / Registrierung dort wo es sehr billig ist), indirekter Förderung von Low Cost Airlines (Förderbeträge wenn bestimmte Flughäfen angeflogen werden) und Durchsetzung sozialer Standards bei allen Airline Mitarbeitern (realistische Ticketpreise als Klimaschutz) zu tun …

Bildquelle: ACA

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Cabin Air TF Meeting

Gespeichert von Administrator am/um 6. Februar 2017 - 12:13

Cabin Air Quality ist heute Thema beim gleichlautenden Meeting. Die Teilnehmer diskutieren über die Entwicklungen auf EU Ebene. Einerseits wird versucht, einen Standard für Cabin Air Quality zu finden, andererseits hat die EU Kommission zu einer großen Research Study eingeladen. Beide Initiativen werden lebhaft diskutiert. Für ACA nimmt Astrid Six teil.

Im Bild zu sehen: die TF Teilnehmer diskutieren anhand des ACA Fume & Smell Incident Guide zukünftige Vorgangsweisen hinsichtich Pilot Support bei Fume Events.

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