IFALPA Annual Conference Berlin

Berlin ist Austragungsort der diesjährigen IFALPA Conference und das hat 2 Gründe. Erstens feiert die Home Association, Vereinigung Cockpit heuer ihren 50. Geburtstag und andererseits gedenkt man in Berlin der Luftbrücke. Airlift, wie sie auch genannt wurde, hat vor 70 Jahren mit einem unermüdlichen Einsatz von Flugzeugbesatzungen der West-Alliierten die Versorgung der Berliner für 6 Monate sichergestellt. Alle Güter mussten eingeflogen werden, nachdem die sowjetische Besatzung die Güterlieferungen in die westlichen Teile Berlins blockiert hatten.

Am ersten Tag gibt es neben den Berichten der Executive Vice-Presidents und aus den Committees (z.B. Accident Analysis, Aircraft Design & Operation, etc.) auch die eine oder andere Keynote, im Bild Carsten Spohr.

Dieser betonte in seiner Rede, dass die Luftfahrt einen positiven Impact auf die Globalisierung hatte, die er für einer der zentralen Elemente einer friedlichen Koexistenz der Menschen erachtet. Das Verständnis für andere, der Austausch von Angesicht zu Angesicht, das kann kein modernes Kommunikationsmittel ersetzen. Für ihn besteht ein erfolgreiches Geschäftsmodell in der Luftfahrt aus 3 Komponenten: den Kunden, den Mitarbeitern und den Shareholdern. In jüngerer Zeit kommt noch eine 4. Komponente dazu, die ebenso großen Stellenwert einnehmen sollte: die Umwelt. Die Entscheidung, die Flotte zu verjüngen, hat LH nicht nur aus finanztechnischen Überlegungen, sondern auch aus Gründen der Umweltverträglichkeit getroffen. Hr. Spohr ermutigt die versammelten Piloten, sich z.B. bei ATS stärker und mit größerem Druck dafür einzusetzen, dass die Luftwege kürzer und effizienter werden. Abschließend gibt uns Hr. Spohr seine Überzeugung hinsichtlich autonomen Fliegens bekannt: er glaubt nicht, dass das so schnell kommt. Menschen verzeihen Menschen einen Fehler, einer Maschine nicht. Weder sind wir technologisch schon so weit, noch emotional.

IFALPA Position Paper: Wind Turbines

Die globale Entwicklung in Richtung “Erneuerbare Energien” ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Die Windenergie beeinflusst maßgeblich deren Erfolgsgeschichte; diese werden aus einem Mix aus sogenannten Onshore und Offshore Windkraftanlagen gewonnen. Die USA hat im Jahr 2000 über Windkraftanlagen 2,53GW an Energie produziert und wird sich von 113,43GW im Jahr 2020 auf voraussichtlich 224GW im Jahr 2031 steigern. Auch in Europa werden wir laut Prognosen noch im Jahr 2020 über 200GW an Strom über erneuerbare Energien produzieren.

In Zukunft soll der steigende Bedarf an Windenergieanlagen über die Installation von weitaus größeren Turbinen via Offshore-Einrichtungen gedeckt werden. Der Bau der Anlagen wird größtenteils über Frachthelikopter durchgeführt und bietet zahlreichen Unternehmen zum einen gute wirtschaftliche Aussichten für die Zukunft, beherbergt aber zum anderen einige Gefahren für die Luftfahrt. Die Firma GE Renewable Energy hat kürzlich Pläne für die Konstruktion eines 12 MW Windkraftwerkes mit einer geplanten Höhe von über 700ft (ca. 213 Meter) veröffentlicht. Eine Bauhöhe, welche teilweise auf der Flughöhe von Helikoptern liegt. Um mögliche Unfälle durch CFIT (controlled flight into terrain) zu vermeiden, müssen einheitliche Regelungen für kommende Riesenwindkraftwerke etabliert werden. Es bedarf einer klar erkennbaren Beleuchtung der Kraftwerke während Tag und Nacht, exakte Höhenangaben der Anlagen für Piloten sowie sogenannte new and temporary structure reportings welche über NOTAMS publiziert werden. Auch die IFALPA hat kürzlich ein Position Paper zu dem Thema Windkraftwerke publiziert:

IFALPA Position Paper-Wind Turbines