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Aktuelle Infos und Kurzberichte der ACA Aktiven

Self Defense Workshop, 13.9. Flughafen Wien

Inhalt des Workshops

  • Was ist Selbstverteidigung? – Krav Maga
  • Notwehrrecht und Nothilfe
  • Konflikt- bzw. Bedrohungsszenarien
  • Prävention und Deeskalation
  • Taktisches Verhalten: Grundhaltungen Passiv – Offensiv
  • Position – Deckung – Intervention
  • Kontrollierte Deeskalation gegenüber aggressiven Personen

Der Alltag – Tipps und Verhaltensguide:

  • Rechtmäßige Notwehr oder Nothilfe in der Praxis
  • Verhalten auf der “Straße” und in der Öffentlichkeit
  • Home Invasion
  • Terrorbedrohungen – Prävention / Verhalten während und danach
  • Sonderlagen – Amoklauf, Geiselnahme

Anmeldung und Kosten

Schriftliche Anmeldung an: office@greystone.at

ACA-Mitglieder: Nur Selbstbehalt: € 35.-

(Anmeldung mit Mitgliedsnummer)

Ohne ACA-Mitgliedschaft Teilnahme möglich: € 145.-

Wann und wo

Freitag, 13.09.2019

13:30 h LT bis 18:00 h LT

Flughafen Wien – Die genaue Räumlichkeit wird zwei Wochen vor Seminarbeginn bekanntgegeben.

Pilotenkarriere und Diabetes – geht das?

Jeder weiß, dass Pilotinnen und Piloten außerordentlich gesund sein müssen, um ein gültiges Medical zu bekommen bzw. dieses zu erhalten. Diabetes mit Insulin-Behandlung ist eine Krankheit, die bis dato eine Pilotenkarriere unmöglich machte. Bei Diabetes – siehe dazu unseren Artikel in der aca-info 5-6/2019 – ist die Zuckerverwertung gestört (Typ-II-Diabetes), es bleibt zuviel Zucker im Blut, woraufhin die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin bildet, bis diese irgendwann nachlässt und die Insulinproduktion zurückfährt. Die größte Gefahr bei Diabetes ist die Unterzuckerung.

IFALPA hat zu Insulin-Treated Diabetes Mellitus (ITDM) folgende Position:

Erfahrungen aus Großbritannien haben gezeigt, dass sogar Class 1 Medical Piloten mit ITDM kommerziell sicher fliegen können. Diese Behandlung sollte für das Class 1 Medical zertifiziert werden, vorausgesetzt ein striktes Blutzucker-Kontroll-Protokoll wird angewendet. Piloten mit Diabetes dürften jedoch an keiner weiteren Erkrankungen, die oft mit Diabetes einher geht, leiden (kardiovaskulär, neurologisch, Augen).

Die Luftfahrtbehörden von Großbritannien, Irland und Österreich haben seit 2015 ein “Insulin Behandlungsprotokoll” im Einsatz und sammeln seither die Daten von Piloten, die betroffen sind. Daten von 26 Piloten wurden in einer Studie (“The Lancet”) in diesem Frühjahr veröffentlicht. Während mehr als 4900 Flügen gab es sehr wenige Blutwerte (die Blutzuckermonitoring-Technologien haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert), die außerhalb des grünen Bereichs lagen.

Das IFALPA Positionspapier im Original: 19pos05-insulin-treatment-flying.pdf

Ein Rückschritt für die Sicherheit der Luftfahrt in der Schweiz

Die Verurteilung des Fluglosten um eine fälschlicherweise erfolgte Startfreigabe für zwei Flugzeuge auf sich kreuzenden Pisten am Flughafen Zürich, ist ein Rückschritt für die Flugsicherheit in der Schweiz. Das Hochrisikosystem «Luftfahrt» ist zur Vermeidung von Unfällen auf die zuverlässige Arbeit von zahlreichen Spezialisten angewiesen. Dieses Urteil gegen einen dieser Spezialisten wird die Flugsicherheit nicht verbessern, sondern verschlechtern. 

Dieses Urteil wurde im Dezember 2018 gefällt, damals berichteten wir bereits darüber. Da der Fall bislang einmalig ist, wir aber fürchten, dass er Schule machen könnte, hat ACA beschlossen, nochmals darauf aufmerksam zu machen.

Auch wenn wir in Österreich nicht alle Detailinformationen zum gegenständlichen Vorfall haben, gehen wir mit unserer – gut informierten – Schweizer Schwesterorganisation AEROPERS konform (Presseaussendung am 13.12.2018). In einer komplexen ‚High Reliability Organisation‘ wie der Flugsicherung, ist das Sicherheitsmanagement auf rege Rückmeldungen der Fluglotsen angewiesen. 

Das heißt auch Abläufe die nicht ideal gelaufen sind sollen freiwillig gemeldet werden um der Sicherheitsabteilung die Möglichkeit zu Gegenmaßnahmen zu geben. Diese Bereitschaft wird durch schwerwiegende Konsequenzen, wie im gegenständlichen Fall, stark eingeschränkt. 

Natürlich stehen Fluglotsen und Flugzeugbesatzungen nicht über dem Gesetz. Was sie aber verdienen, ist Fairness unter Berücksichtigung der besonderen Arbeitsbedingungen in der Luftfahrt. Das bedeutet jeder ‚Vorsatz‘ und auch ‚Fahrlässigkeit‘ sind gefährlich und streng zu sanktionieren. Es wird aber niemand ernsthaft annehmen, ein Fluglotse wird absichtlich durch simultane Freigabe auf kreuzenden Pisten eine gefährliche Situation herbeiführen. 

Hohe Arbeitsbelastung, technische Einschränkungen, schwierige Wetterbedingungen und zahlreiche weitere belastende Umstände des Arbeitslebens in der Luftfahrt können aber zu gelegentlichen Fehlleistungen führen. 

Als Piloten leben wir aber lieber in einer Welt, in der Fluglotsen angstfrei gemeinsam mit ihrer Sicherheitsabteilung an kontinuierlichen Verbesserungen der Arbeitsabläufe arbeiten. Zum Beispiel ist die Meldung: ‚Beinahe hätte ich zwei Maschinen auf kreuzenden Pisten eine Startfreigabe gegeben, weil gleichzeitig ein Telefonanruf kam und die normale Telefonverbindung wegen Wartung auf das Standby System geschaltet war und ich einen Augenblick unsicher war ob mich mein Gegenüber auch hört …‘ ist das Werkzeug um in Zukunft Gefahrenpotentiale weitgehend zu eliminieren. 

Wie in jeder komplexen Organisation laufen auch in der Luftfahrt nicht immer alle Dinge nach Lehrbuch-Ideal ab. Nicht alle Abweichungen werden publik. 

Wenn eine Abweichung bekannt wird und sofort persönliche Schuld (Vorsatz?) gesehen wird, ist der Weg zu Strafe nicht weit. Kann man es verdenken wenn als Folge die Akteure alles tun um nichts bekannt werden zu lassen? 

ACA bekennt sich zum Prinzip der ‚Just Culture‘, in dem Verbesserungen wichtiger sind als Strafen. Nach ‚Just Culture‘ sollen Sanktionen unterbleiben, wenn die handelnden Personen entsprechend ihrer Ausbildung und ihrem Erfahrungsstand ihr Bestes geben. Keine Entschuldigung gibt es für ‚Vorsatz‘ und ‚Fahrlässigkeit‘ die streng zu sanktionieren sind. 

Die feine Grenzlinie kann nur durch Teams von kompetenten Fachleuten gezogen werden, die gegebenenfalls auch die Justizbehörden beraten. 

ACA ist an einem EUROCONTROL Programm beteiligt, welches diese Experten bei Bedarf zur Verfügung stellt. 

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