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Aktuelle Infos und Kurzberichte der ACA Aktiven

Akademie für Flugmedizin – Tagung 2019

Morgen beginnen die Zürser Tage für Flugmedizin.

So wie in den letzten Jahren auch schon, werde ich die Interessen der ACA bei dieser wichtigen Veranstaltung vertreten.

Ein Hauptanliegen stellen dabei die neuen Regelungen bei der medizinischen Tauglichkeitsuntersuchung (MEDEX) dar.

Die seit einigen Monaten von Austro Control vorgeschriebenen Methoden (Gesprächsleitfaden und psych. Fragebogen) lehen wir in dieser Form ab.

Die meisten Flugmediziner haben sich unserer Meinung nach einem längeren Diskussionsprozess angeschlossen. Ich werde auch auf den Zürser Tagen für Flugmedizin das Gespräch mit dem Leiter der Aeromedical Section von Austrod Control (Dr. Eidher) suchen.

Die Vorbereitung auf diesen Kongress war sehr aufwändig  und ich hoffe, dass  es zu intensiven Diskussionen mit Behördenvertreteren und Flugmedizinern kommt.

Es gibt bereits heute erste informelle Treffen, um eine gemeinsame Strategie für die nächsten Tage festzulegen.

Hier noch ein kurzer Auszug aus dem Programm der nächsten Tage:

  • Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz bei der Ausbildung von Piloten
  • Traumberuf Pilot? (vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen)
  • Belastung von Hubschrauberpiloten
  • Flugtauglichkeit bei spezifischen Krankheiten (Diabetes, Krebs,…)
  • Kardiologische Tauglichkeitsbeurteilung
  • Schilldrüsenfunktionsstörungen und fliegerische Tätigkeit
  • Infektionsrisken und Imfpungen für Flugpersonal
  • EASA update – legale Grundlagen für die Flugmedizin
  • Suizidalität bei Luftfahrtpersonal
  • Schädelhirntrauma und Flugtauglichkeit
  • Mentale Fitness von Luftfahrtpersonal
  • Anpassungsstörungen

 

Einen Bericht über die Zürser Tage für Flugmedizin wird es in einer der nächsten ACA-Info´s geben.

 

Huper Meeting Tokio – Medical

Heute ist das Huper Meeting in Tokyo zu Ende gegangen.

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen von medizinischen Themen.

Age Limit for Pilots: Die Diskussion um eine Anhebung des maximalen Lebensalters für Piloten von 65 auf 70 wird in erster Linie von wirtschaftlichen Argumenten getrieben. So gehen in nächsten 5 Jahren alleine in den USA bis zu 30 % aller Piloten in Pension. Aus medizinischer Sicht steigt das Risiko einer “sudden incapacitation” mit zunehmendem Lebensalter an. Die Häufigkeit gewisser Krankheiten steigt ebenfalls an.

Es gibt keine zuverlässigen Daten, welche Auswirkungen es hat, wenn die “Lebensflugstunden” von z.B. 30.000 auf 36.000.

Vom sicherheitstechnischen Aspekt stehen wir einer Anhebung des maximalen Alters für Piloten auf 70 Jahre sehr kritisch gegenüber.

MEDICAL: Die neuen Vorgaben der EASA hinsichtlich psychischer Tauglichkeitsfeststellung von Piloten werden recht unterschiedlich umgesetzt. Der in Österreich verwendetet Fragebogen bzw. Gesprächsleitfaden wurde sehr kritisch diskutiert. Die meisten anwesenden Mediziner sehen keine Notwendigkeit einen Fragebogen bzw. einen Gesprächsleitfaden zu verwenden. In Finland ist man der Meinung, dass Eintrag in den Akt des Piloten (… psychisch tauglich…) genügt.

Alkoholkontrollen in Japan: In Japan muss jeder Piloten vor dem 1. Flug des Tages eine Alkoholkontrolle absolvieren. Jeder Pilot hat ein eigenes Alkoholmessgerät, um bereits vor Dienstantritt eine Kontrolle durchfürhen zu können. Damit soll erreicht werden, dass die positiven Alkoholtests (die sehr häufig sind), deutlich zu reduzieren.

Es gibt dann bei Dienstantritt 2 Vorkontrollen und eine Hauptkontrolle. Kommt es bei den Vorkontrollen zu positiven Ergebnissen, muss der Haupttest nicht absolviert werden. Solche Fälle werden fluglinienintern abgehandelt (disziplinäre Verfahren bis hin zur Kündigung). Positive Haupttests müssen der Behörde gemeldet werden und führen zum Entzug der Lizenz.

In Finland bekommt jeder Pilot, der für eine Alkoholkontrolle vorgesehen ist, ein SMS. Diese Kontrollen können vom Piloten abgelehnt werden. Konsequenz einer Ablehnung: Der Dienst wird in einen freien Tag (unbezahlt) umgewandelt. Diese Vorgangsweise erscheint sonderbar, entspricht aber finnischen Gesetzen.

Über das Huper meeting in Tokyo wird es in der nächsten ACA-Info einen ausführlichen Bericht geben.

 

Tokio Tag 2

Der 2. Tag des HUPER meetings in Tokio stand ganz im Zeichen von Training und Licensing.  Nach wie vor behindern uns Vorgaben der Behörden, effizient zu trainieren.

Evidence Based Training und Competency Based Training können nur dann die gewünschte Wirkung entfalten, wenn wir aktuellen Anforderungen gerecht werden und Trainingsinhalte danach ausrichten können.

Manual Handling Skills ist nach wie vor ein Thema, dem wir uns vermehrt widmen müssen.

Die Einführung einer elektronischen Lizenz wird vor allem in Asien stark forciert. Hier gibt es allerdings noch Defizite beim Datenschutz.