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Flugdienstzeiten - FTLs von EASA veröffentlicht

Presseaussendung - Wien, 18. Jänner 2012

EU regelt Pilotenarbeitszeiten neu

 - Besser, aber noch immer nicht sicher -

Die EASA (Europäische Agentur für Flugsicherheit) hat am 18.1.2012 einen überarbeiteten Gesetzesentwurf für neue Flug-, Dienst- und Ruhezeitregeln für Piloten veröffentlicht. Trotz Überarbeitung ignoriert der Entwurf noch immer den Stand der wissenschaftlichen Forschung über Ermüdung. Um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten sind weitere Korrekturen nötig.

„Jeder Passagier, der in ein Verkehrsflugzeug einsteigt, erwartet sicher ans Ziel zu kommen”, sagt der Präsident der Austrian Cockpit Association, Bernd Hechenegger. "Es gibt ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse, wie die Arbeits- und Ruhezeit geregelt sein muss, damit ausgeruhte und wache Piloten ihre Passagiere sicher ans Ziel bringen können." Dennoch ignoriert EASA diese Erkenntnisse in wichtigen Teilen des Gesetzesvorschlags.

 Die 50.000 Kommentare, die EASA zu ihrem ersten Vorschlag vom Dezember 2010 erhalten hat, waren eine klare Botschaft. Der Entwurf ist fehlerhaft, muss revidiert werden, und er muss wissenschaftlich fundiert sein. Der neue Entwurf enthält eine Anzahl wichtiger Verbesserungen. Etliche kritische Punkte wie die überlangen Arbeitszeiten bei Bereitschaftsdiensten sind für die Pilotenvertretung noch immer Grund zur Besorgnis. Wenn das nicht geändert wird, könnte ein Pilot in die Lage kommen, ein Flugzeug nach 20-21 Stunden ohne Schlaf sicher landen zu müssen. „Unsere Passagiere haben etwas Besseres verdient! Passagiere und Piloten erwarten, dass die EU-Gesetze ein starkes Sicherheitsnetz bilden.

 „EASA hat drei Wissenschafter mit der Bewertung ihres Vorschlags beauftragt. Leider sieht es so aus, als wären deren Inputs ignoriert worden, sobald sie wirtschaftliche Interessen der Airlines berühren.” erklärt ACA-Vizepräsident Siegfried Lenz. „So sind sich zB alle Wissenschafter einig, dass Nachtdienste besonders ermüdend sind, und daher auf 10h Flugdienstzeit zu begrenzen sind. Dennoch hat EASA den Wünschen der Airlines nachgegeben und ein Limit von 11 Stunden gesetzt. Solche Regelungen – und es gibt noch viele mehr – widersprechen dem Mandat der EASA, dem Prinzip der Vorsicht, und vor allem dem elementarsten Recht der Passagiere: dem Recht auf einen sicheren Flug! EASA kann und muss es besser machen! Es darf nicht sein, dass der Profit der Luftfahrtlobby mehr zählt als die Sicherheit der Passagiere.”

Hintergrund:

Verschiedene Studien zeigen, dass Übermüdung das Konzentrationsvermögen und die Reaktionszeit des Menschen ähnlich beeinträchtigen wie Alkoholkonsum. Dennoch erlauben die Gesetze, dass Piloten bis zu 15 Stunden ununterbrochen im Einsatz sein dürfen, obwohl bereits nach 12 Stunden Dienstzeit das Flugunfallrisiko auf mehr als das Fünffache steigt. Bei etwa jedem fünften Flugzeugunglück spielt die Übermüdung der Besatzung eine Rolle. Eine ausführliche Darstellung (mit Video) finden Sie auf www.flugdienstzeiten.de

 

Rückfragen bitte an:

Bereich Flugdienstzeiten:

Generalsekretär Capt. Christian Mayrhofer, 0699 11098754
Vizepräsident Capt. Siegfried Lenz, 0664 8515789


 oder:

European Cockpit Association

Philip von Schöppenthau, ECA Secretary General

Tel: (32 2) 705 3293

www.eurocockpit.be

www.dead-tired.eu - die neue Adresse für FTL !

Visit our website:

www.dead-tired.eu

 

Arbeiten für Flugsicherheit = ACA

Arbeiten für Flugsicherheit = ACA

Was macht die ACA, wer sind ihre Protagonisten, welche Ziele werden wie verfolgt?

Die ACA ist die offizielle Berufsvertretung der österreichischen Berufspiloten.

Unsere Aufgaben sind:

  • Erhöhung der Flugsicherheit
  • Unterstützung der Mitglieder bei Flugvorfällen und Notfällen
  • Vertretung der Piloten gegenüber politischen Institutionen
  • Weiterentwicklung von Flugzeugen und Luftfahrteinrichtungen
  • Fortbildung der Mitglieder
  • Öffentlichkeitsarbeit

Auf internationaler Ebene vertritt Cpt. Martin Gessl die IFALPA  im Bereich der Gefahrengüter und hat einen Sitz in den Ausschüssen der Atombehörde IAEA. First Officer Thomas Wieser arbeitet in Zusammenarbeit mit Herstellern und Universitäten an der Zukunft moderner Flugzeugcockpits. Unser Präsident Bernd Hechenegger ist Experte auf den Gebieten Flughäfen/Umwelt und gibt europaweit Kurse über Sicherheit auf Flughäfen. Im Bereich Flugunfalluntersuchung und Flugunfallvermeidung haben wir fünf ausgebildete Flugunfalluntersucher (nach dem Standard der ICAO).  Weitere Spezialisten sind in den Bereichen Humanfaktoren, Security und Airtraffic-Management tätig.

Für die Weiterbildung der Mitglieder halten wir in unregelmäßigen Abständen Seminare über Flugsicherheit ab. 

Mit den österreichischen Fluglotsen gibt es regelmäßige Workshops und Vorträge, um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zu verbessern.

Die ACA nimmt aktiv am Begutachtungprozess für Novellen und Gesetzesänderungen teil. Bei schweren Verstößen der Behörden gegen europäische Vorschriften (leider keine Seltenheit) klagen wir diese auch in Brüssel ein (und haben bisher immer Recht bekommen).

Piloten, die für die ACA tätig sind, tun dies ehrenamtlich wobei die Flugsicherheit immer an erster Stelle steht - ganz nach dem Slogan der ACA:

... for a safe flight

Das ACA Büro

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