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Fair Competition

ECA Conference

Gespeichert von Peter Ziegelwanger am/um 25. November 2016 - 9:03

Am 25. und 26.11. fand die ECA Konferenz in den heiligen Hallen der Eurocontrol statt. Die ACA ist durch Christian Korn und Peter Ziegelwanger vertreten. Folgende Themen werden u.a. behandelt:

  • Safety Culture
  • TNA Plan
  • German Wings Accident Outcome
  • Atypical Employment
  • E4FC
  • Revision of EASA Basic
  • Pilots Training

IFALPA - PROFESSIONAL & GOVERNMENT AFFAIRS (PGA) COMMITTEE MEETING - Tag 2

Bild des Benutzers Robert Oberleuthner
Gespeichert von Robert Oberleuthner am/um 9. Juni 2016 - 10:52

 

Der Beginn des zweiten Tages wurde aufgrund der Vielzahl an Themen und der Dichte des Zeitplans auf 08:30 vorverlegt. 

Nach dem geschichtlichen Rückblick und dem eher lockeren Brainstorming der teilnehmenden MAs zum Thema ATRP geht es am zweiten Tag des Meetings rasch ans eingemachte.
ECA präsentiert einen neuen, ambitionierten Vorschlag für eine IFALPA Policy zu ATRP & MASA. 
Aus europäischer Sicht nimmt der aktuelle IFALPA Entwurf nicht ausreichend Rücksicht auf unsere vielschichtigen Bedürfnisse. 28 unterschiedliche EU Mitgliedsstaaten mit 28 unterschiedlichen Sozial- und Arbeitsstandards benötigen umfassendere, griffigere Formulierungen und Definitionen um langfristig auch mit ATRP einen guten Sicherheitsstandard unter Berücksichtigung von üblichen sozialen Aspekten zu erhalten. Die USA ist dank ihrer vereinheitlichten rechtlichen Situation gegenüber den Risiken die ATRP darstellt, besser positioniert. Die Situation in Südamerika ist ähnlich der in Europa, unterschiedliche Standards in verschiedenen Ländern werden schon jetzt zum Nachteil der jeweiligen Pilotenschaft ausgenutzt. Die Abwärtsspirale orientiert sich in der Regel an der Situation des jeweils flexibelsten Markts. Eine Aufhebung der bilateralen Verkehrsrechte ohne "Safeguards" - Absicherung von notwendigen Mindeststandards - wird die jetzt schon angespannte Situation weiter unter Druck setzen. 
Fluglinien sollen sich am freien Markt durch die Qualität ihres Produkts beweisen um Passagiere zu überzeugen und Marktanteile zu erhöhen. Der momentane Trend zeigt leider deutlich, dass die Umgehung von bestehenden Rahmenbedingungen auf Kosten der Sicherheit und zu Lasten der Arbeitnehmer oft Teil des "Business Plans" ist um Kapazitäten und Marktanteile zu steigern. 

Der Nachmittag vergeht rasch mit diversen Diskussionen zu der optimalen Formulierung und der Erkenntnis um eine IFALPA Arbeitsgruppe zu diesem Thema nicht herumzukommen. 
ACA wird sich auf jeden Fall bei diesem Thema engagieren damit "The Global Voice of Pilots" weiterhin auch im Sinne unserer Piloten spricht. 

IFALPA - PROFESSIONAL & GOVERNMENT AFFAIRS (PGA) COMMITTEE MEETING - Tag 1

Bild des Benutzers Robert Oberleuthner
Gespeichert von Robert Oberleuthner am/um 8. Juni 2016 - 2:04

Thema: ATRP - Air Transport Regulation Panel oder in anderen Worten: 
Werden durch ein "weltweites Open-Sky" heute übliche Standards der Luftfahrt in der nahen Zukunft ähnlich "attraktiv" sein wie in der internationalen Schifffahrt?

Nach den zahlreichen starken Inputs der europäischen MAs (Member Associations) zum Thema ATRP hat IFALPA noch während der Conference in New Orleans ein 3 tägiges PGA Meeting zum besagten Thema beschlossen. ACA nimmt die Gelegenheit auf jeden Fall wahr, sich für die Interessen der österreichischen Piloten einzusetzen.

Während des ersten Tages steht vor allem ein Rückblick über die +10 Jährige Entwicklung des ATRP am Programm, um alle teilnehmenden Kollegen über die geschichtliche Entwicklung und die Hintergründe zu informieren. Zusammenfassung in kurzen Worten: In der Vergangenheit hat sich  die ICAO vor allem für technische Themen wie "Air Navigation", etc. engagiert. Innerhalb des ATRP sollen nun ein "Multilateral Air Service Agreement" (MASA) entworfen werden, das die momentan vereinbarten bilateralen Verkehrsrechte ablösen soll.
Die Tatsache, dass sich die ICAO einer solchen sehr politischer Thematik annimmt, sorgt für einige Fragezeichen, viel größer jedoch sind vor allem bei den europäischen Vertretern die Bedenken über die sozialen Konsequenzen.

Während des Nachmittags werden diverse Strategien zum Thema ATRP diskutiert.
Die Entscheidungsträger innerhalb des ATRP sind die teilnehmenden Staaten. Um die Interessen der Piloten zu vertreten ist ein reger Austausch der jeweiligen Pilotenverbände zu Hause bei ihren Behörden von allergrößter Wichtigkeit - kurz ein eindeutiger Arbeitsauftrag für die ACA!

Interessant sind weiters u.a. die diversen Regional Reports. Viele südamerikanische Fluglinien befürchteten wegen ATRP weiter unter Druck zu gelangen, sie sind sich im Klaren, dass die europäische Situation vor dem Südatlantik nicht halt machen wird.

Allen Beteiligten ist klar, dass wir auf diese Herausforderung rasch und effizient reagieren müssen.

Liebe Grüße aus FRA,

Robert 

Luftfahrtsymposium 2015

Gespeichert von Administrator am/um 3. September 2015 - 13:51

Beim diesjährigen Luftfahrtsymposium in der Raiffeisenzentrale in Wien am 2.9. waren zahlreiche Manager aus der österr. Luftfahrt eingeladen. Ganz besonders freuten sich die Gastgeber (Österr. Luftfahrtverband), Carsten Spohr (CEO Lufthansa) als Redner gewonnen zu haben und auch Bundesminister Alois Stöger zeigte mit seiner Anwesenheit, dass die Luftfahrt einen hohen Stellenwert innerhalb des Verkehrsministeriums einnimmt. ACA war durch Capt. Christian Mayrhofer und mich vertreten.

Weitere Luftfahrt-Prominenz: Ursula Zechner (BMVIT), Julian Jäger (VIE), Heinz Sommerbauer (ACG), Andreas Otto (AUA), Thomas Suritsch (Niki) und weitere. BM Stöger eröffnete das Symposium. Interessantes Statement: "Die Politik sollte nicht nur nicht im Weg stehen, sondern auch gestalten." Weiters rief er zur Vernetzung der Stakeholder auf und zum systemischen Handeln. Die Ticket-Abgabe wurde von ihm angesprochen. Manche Kommentatoren meinten ein "Vielleicht" (für die Abschaffung) herauszuhören.

Herausforderungen der Luftfahrt

Festzustellen ist ein stakeholder-übergreifendes Ausmachen der Probleme der europäischen Luftfahrt.

Fair Competition 

C. Spohr meinte dazu, dass vor einigen Jahren noch alle Airlines die Privatisierung in Europa begrüßten. Aber diesen privatisierten Wirtschaftsraum nutzen nun Staats-Airlines und das passt nicht zusammen. Die Politik müsse hier wieder aktiv werden. 

Früher war die Luftfahrt Spiegel der Industrie. Das korreliert heute nicht mehr (Beispiel europäische Industrie-Exporte nach Indien und Flugverkehr von europäischen Airlines nach Indien). Deshalb ist die WTO gefordert, Maßnahmen zu entwickeln.

Trends lt. LH/Spohr:

  • Produktions-Verschiebung von Europa nach Asien
  • Privatreisen werden zunehmen, nicht der Business Verkehr
  • die Schnittstellen zum Kunden verändern sich radikal - dem muss Rechnung getragen werden

Großes Thema - Eurowings

Eurowings wird die Antwort der LH auf immer mehr Low Cost in Europa. Immer wieder gab es Fragen aus dem Publikum zu den Entwicklungen rund um Eurowings. Alle Redner inkl. C. Spohr hielten sich sehr zurück. Fest steht, dass zwei A320 von Austrian betrieben werden, was dann noch kommt, macht man von der Performance der ersten beiden Flieger abhängig. Die Firma wurde im August gegründet (Firmensitz ist Wien), wo die Flugzeuge dann stationiert sein werden, ist noch völlig offen.

C. Spohr erklärte weiter, wie LH den neuen Herausforderungen begegnen will:

  • Investitionen in neue Flugzeuge (270 Flugzeuge bestellt)
  • Unternehmensbereiche Technik (wächst mehr als Airlines) und Catering ausbauen und weiter stärken
  • Eröffnung neuer Destinationen
  • SES muss Realität werden (das Zick-Zack Fliegen in Europa kostet extrem viel Sprit und CO2) - dazu meint CEO Sommerbauer, dass der FAB (Functional Airspace Block), dem Österreich angehört, 2016 mit einem "Flexible Use of Airspace" ausgerüstet und damit das selbstständige GPS gestützte Navigieren der Piloten ohne ATC möglich sein wird.

Georg Haslinger von DG Move (EU Kommission) erklärte, dass es zu Jahresende ein "Aviation Package" mit wichtigen Botschaften an die Politik geben wird. Ein Hemmnis für eine erfolgreiche Luftfahrtpolitik in Europa sei die Fragmentierung.

Weitere Vortragende von Airbus, Boeing und Pratt & Whitney

In den Pausen nutzten wir die Zeit für informelle Gespräche.

Pay to Fly

Gespeichert von Administrator am/um 28. April 2015 - 10:16

Die Pay-to-fly Praxis für Jungpiloten muss ein Ende haben!

Wenn ein frisch ausgebildeter junger Pilot einer Airline Geld zahlen muss, um deren Flugzeuge zu pilotieren, dann stimmt etwas nicht. Auch wenn diese Praxis ist in der Airline-Branche relativ neu ist, nimmt ihre Bedeutung immer rascher zu.

Deshalb hat sich der europäische Pilotenverband ECA gemeinsam mit den nationalen Verbänden wie ACA zum Ziel gesetzt, die EU Entscheidungsträger in Parlament und Kommission auf diesen Misstand aufmerksam zu machen und sie aufzufordern, dieser Praxis einen Riegel vorzuschieben. "Self-sponsored line training" nennt sich das oft und wird als Teil des Type Ratings (einem Standard Training innerhalb einer Airline auf einer speziellen Flugzeugtype) "verkauft".

Airlines unternehmen ständig Versuche, die Kosten für Arbeit zu senken, Beispiele dafür sind scheinselbstständige Piloten oder solche, die Zeit-Arbeitsverträge unterschreiben, oder von Personalleasing-Firmen kommen. Aber bei den Jungpiloten bedeutet dies die Abkehr vom Investment einer Airline in zukünftige Mitarbeiter hin zu einer Einkommensquelle für die Airline! Es ist schicht Ausbeutung von jungen Piloten mit einer geringen Erfahrung an Flugstunden.

Der Umstand, dass diese am freien Arbeitsmarkt kaum Chancen auf eine "normale" Anstellung haben, zwingt sie in solche Abhängigkeiten. Aber den jungen Piloten reicht es nun und sie haben eine Petition gestartet, die die ECA ebenfalls unterstützt. “Stop P2F” petition", zu deren Unterzeichnung wir hiermit ebenfalls aufrufen.

Ein Pay-to-Fly (P2F) Vertrag kostet einen Jungpiloten/eine Jungpilotin ca. € 30.000 - 50.000 - zusätzlich zu den Ausbildungskosten (meist durch einen Kredit selbst finanzierten ca. € 100.000). Man kann sich vorstellen, dass man nachdem man lang vergeblich versucht hat, einen Job zu finden, sogar so ein Vertrag unterschrieben wird.

Man kann sich vorstellen, welche Auswirkungen das auf die Sicherheit hat. Wer dafür € 50.000  zahlt, dass er/sie im Cockpit einer Airline sitzt, der wird sich gut überlegen, ob er/sie einen Flug ablehnt, den er/sie als nicht ganz so sicher einstuft.

Zur STOP P2F Kampagne / Petition

 

 

 

Pay-to-fly must stop! from EuropeanCockpitAssociation on Vimeo.

Industrial/Transnational Meeting ECA Brüssel

Gespeichert von Christian Mayrhofer am/um 4. März 2015 - 11:57

3-tägiges Meeting in Brüssel bei ECA - die Erkenntnisse aus der unabhängigen Studie der Universität Gent zu "Atypical Employment in Aviation" bedeuten auch für diese Arbeitsgruppe eine Menge Arbeit. Die 308 Seiten der Studie sind gelesen, und die Dramatik des Inhalt hat selbst uns, die wir ja mitten in diesem Business drinnen sind, überrascht. Die Auswirkungen auf die Flugsicherheit sind enorm und müssen angegangen werden. "Social Engineering" zur Vermeidung von Steuern und Abgaben, zum Nachteil von Arbeitnehmer und Staat, sind Realität geworden. Mit dieser Studie wurde wissenschaftlich belegte Fakten auf den Tisch gelegt, die nicht mehr negiert werden können. Äusseres Zeichen der Brisanz dieser Studie ist ein überfüllter Meetingraum. Mehr dazu wie immer in der ACA-Info.
 

Conference Atypical Employment in Aviation

Gespeichert von Administrator am/um 12. Februar 2015 - 12:10

Dramatischer Anstieg von "Schein-Selbstständigkeit" bei Piloten in der europäischen Luftfahrt

Eine alamierend hohe Zahl von Piloten arbeitet derzeit für Fluglinien - vor allem am Lowcost-Sektor - ohne direkt angestellt zu sein. Das ist eines der Resultate einer Studie, die von der Universität Ghent (Belgien) durchgeführt und von der EU Kommission finanziert wurde. Diese Studie wird derzeit im Rahmen einer zweitägigen Konfererenz in Paris präsentiert und diskutiert ("Conference Atypical Employment in Aviation").

Laut Studie, an der 6000 Personen teilgenommen haben, sind mehr als 1 von 6 Piloten in Europa "atypical employees", d.h. sie sind entweder über eine Arbeitsverleihfirma oder als Einzelunternehmer für Airlines tätig. Ein altes Problem kommt dabei zu tage: wer keinen Arbeitnehmerschutz hat, traut sich kaum, sicherheitsrelevante Inputs zu liefern.

40 % der 20 - 30-jährigen Piloten sind nicht angestellt, unter jungen Piloten mit wenig Flugerfahrung ist diese Form der Beschäftigung in Europa damit besonders häufig. Jobs zu finden ist für junge Piloten besonders schwierig, manche landen dann bei Firmen, die sich den Flugdienst auch noch zahlen lassen ("pay to fly").

Möglich ist all das aufgrund mancher Schlupflöcher in der Gesetzgebung der europäischen Staaten bzw. der EU. Diese müssen geschlossen werden, im Interesse von Piloten, Passagieren und der Sicherheit in der Luftfahrt.

Diese Studie ist ein Meilenstein, eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Probleme der Arbeitswelt in der Luftfahrtindustrie. Bei dieser Konferenz wird es ausreichend Gelegenheit zur Diskussion darüber geben. Teilnehmer der Konferenz sind u.a. auch Entscheidungsträger aus der Luftfahrtbranche. ACA ist mit Capt. Christian Mayrhofer vertreten.

Wir stellen die Studie hier zum Download zur Verfügung.

Note to editors: The conference on Atypical Forms of Employment in aviation takes place on 12-13 February 2015 in Hotel Novotel in Paris. The conference will present the outcomes of an extensive academic study led by the University of Ghent and an international network of researchers, and has been organised with the assistance of ECA, the Association for European Airlines (AEA), and the European Transport Workers’ Federation (ETF).
The study is co-financed by the European Commission and carried out on behalf of the European Sectoral Social Dialogue Committee for Civil Aviation, which comprises the social partners from the airlines, both employers and employees.
The Sectoral Social Dialogue Committees are the official EU representative forum for the socioeconomic interests, established by Commission Decision of 20 May 1998. The Sectoral Social Dialogue for Civil Aviation is therefore the European Labour Management Body and expresses the genuine democratic position of employers and employees in the EU aviation sector. The European Cockpit Association (ECA), the European Transport Workers’ Federation (ETF) and the Association of European Airlines (AEA) are among the members of the Social Dialogue Committee.

 

Luftfahrt-Briefing für EU Abgeordnete

Gespeichert von Peter Beer - ACA am/um 22. Januar 2015 - 14:22

Brüssel 21.2.2015, 18:30

Am Abend des 21. Jänner fand in den Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments ein Briefing für die EU Abgeordneten aller Parteien, die in parlamentarischen Luftfahrt Arbeitsgruppen engagiert sind, statt.

25 Repräsentanten der europäischen Pilotenverbände und die ECA Funktionäre tauschen sich mit den Parlamentariern aus.

Die Piloten wünschen sich europaweit, angemessene und klare Regeln (hard rules); Selbstregulierung hat im Bankwesen und anderen Branchen nicht funktioniert.

'Fair Competition' die für Europa langfristig eine solide Luftfahrtbranche ermöglicht, liegt den Piloten ebenfalls am Herzen (keine phantasievollen Anstellungs- und Firmenkonstruktionen um Steuern zu vermeiden und Sozialdumping einzuführen).

Trainingsstandards und Lizensierungsregeln die den hohen Sicherheitsstandard weiter gewährleisten.

... ist so eine Veranstaltung nicht Lobbying? JA, aber die Piloten konnten ihren Enthusiasmus für die Luftfahrt und die Sicherheit deutlich machen; kein Pilot wurde für das "Lobbying" bezahlt; das ehrliche Interesse vieler Abgeordneter war für alle Teilnehmer die schönste Belohnung für den persönlichen Einsatz!

P.S. ECA zeigte als Auftakt der Veranstaltung ein kleines Video, das schön umreißt, wo die Herausforderungen für die europäische Luftfahrt in den nächsten Jahren liegen: Short Video "You are in command"

Fair Competition!

Gespeichert von Administrator am/um 10. Dezember 2014 - 9:14

Neue Geschäftspraktiken und Arbeitsmodelle sind jene marktverzerrenden Elemente, die seit geraumer Zeit europäische Airlines das Fürchten lehren. Hauptleidtragende sind allerdings die Beschäftigten der europäischen Luftfahrtbranche. Unterwanderung von Sozialstandards, das „Ausflaggen“ ganzer Unternehmen in Länder mit niedrigeren Kosten und die Abkehr von herkömmlichen Beschäftigungsmodellen sind leider täglicher Standard geworden. Mit negativen Folgen für die Flugsicherheit und die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit etablierter Fluglinien, die für die Konnektivität der Wirtschaft unabdingbar sind. Ein interessanter neuer Begriff wurde hierfür auch geboren: "Regulatory Shopping" - dahinter verbirgt sich der finanzielle Gewinn der entsteht, wenn eine Airline ihr Geschäft dorthin verlagert, wo Behörden weniger Steuern einheben und vielleich auch nicht so viel Kontrolle ausüben können.

Was für einzelne hart ist, trifft auch die Staaten: Arbeitsplatzverlust auf breiter Ebene und verringerte Steuereinnahmen (z.B. wenn Personal auf ausländischen Basen, in Singapore etwa vertraglich beschäftigt wird), in weiterer Folge leidet das Sozialsystem an der Tatsache, weniger Einzahler in das System zu haben.

Auch Asien und der Mittlere Osten üben starken Druck auf Europas Luftfahrtindustrie aus. Hier stehen aggressive langfristige Strategien dahinter, unter Voraussetzungen, die in Europa undenkbar sind.
Die europäische Luftfahrt sichert ökonomisches Wachstum, Konnektivität innerhalb, von und nach Europa und damit unzählige Arbeitsplätze. All das ist in Gefahr.

Die europäischen Verkehrs- und Sozialminister müssen sich dieser Gefahr endlich bewusst werden und gegensteuern. Dazu sind folgende Maßnahmen nötig:

  • Koordination und Stärkung der Sozialgesetzgebung in Europa
  • Beseitigung von missbrauchenden Business Modellen und Sozialdumping
  • Schaffung eines Wettbewerbumfeldes, das den europäischen Airlines erlaubt, auf Augenhöhe mit dem Mitbewerb zu konkurrieren

Eine Publikation zu dieser Thematik hat unser europäische Dachverband ECA aufbereitet, die hier zum Download zur Verfügung steht.

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Wettbewerb der Zukunft?

Gespeichert von Administrator am/um 14. Juli 2014 - 17:00

Jobverluste, Marktverzerrung, sinkende Arbeits- und Sozialstandards, social dumping, unfairer Wettbewerb…

Dies sind alles Kollateralschäden der Entwicklung in der Zivilluftfahrt, verstärkt auf Ausflaggung zu setzen. Dasselbe Phänomen, das die westliche Seeschifffahrt in den vergangenen Jahrzehnten massiv dezimiert hat, greift aktuell in der europäischen Zivilluftfahrt um sich.

Am Freitag, 11.7. fand in Brüssel eine Pressekonferenz statt. Dabei wurde eine gemeinsame Erklärung im Rahmen des "Social Dialogue" abgegeben.

Hier zum Download:

  • Gemeinsame Erklärung von ECA und AEA
  • Text zur Pressekonferenz
  • Aufbau der Norwegian Konzernstruktur

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