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Accident/Incident

Treffen der "european society of air safety investigators"

Gespeichert von Brunhofer Franz am/um 24. Mai 2018 - 12:52

Am 2. Tag der Konferenz der europäischen Gesellschaft der Flugunfalluntersucher (ESASI), fordert Crispin Orr von der britischen Unfalluntersuchungsbehörde (Aircraft   Investigation Branch – AAIB), die verpflichtende Einführung Cockpit Videoaufzeichnungen und „pilots -eye tracking“.
Dadurch soll die Interpretation der Daten vereinfacht werden.
• Welche Information waren für die Piloten verfügbar (ND, PFD,…)
• Haben die Piloten diese Informationen auch wirklich gesehen (eye tracking)
Ich habe im Anschluss an den Vortrag von Herrn Orr Bedenken über die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen geäußert. Es ist meiner Meinung nach nicht zumutbar, dass Piloten während der gesamten Arbeitszeit im Cockpit gefilmt werden und sämtliche Augenbewegungen aufgezeichnet werden. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass solche Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Sicherheit haben.
Bei der recht intensiven Diskussion musste ich unsere Interessen gegen 120  - von der Einführung dieser Maßnahmen begeisterten Flugunfalluntersuchern – massiv verteidigen.
Fume-Events:
Auf informeller Basis wurde ein fume event einer großen amerikanischen Fluglinie diskutiert. Anscheinend kam es vor wenigen Tagen auf einer B-767 auf dem Weg von den USA nach Europa zu einem fume event, bei dem Besatzungsmitglieder und Passagiere ohnmächtig wurden.
Der Flug wurde trotzdem bis zur Destination fortgesetzt. Vertreter der Behörden des Zielflughafens dieses Fluges arbeiten intensiv daran, ein Untersuchungsverfahren zu eröffnen.
Ich hoffe, dass ich nähere Infos zu diesem Fall bekomme und darüber in der ACA Info berichten kann.

 

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Treffen der "european society of air safety investigators"

Gespeichert von Brunhofer Franz am/um 23. Mai 2018 - 15:20

~~Der Präsident der europäischen Gesellschaft der Flugunfalluntersucher (ESASI) – Olivier Ferrante – hat heute das ESASI Seminar 2018 in Riga eröffnet.
Gleich zu Beginn betonten Vertreter des Verkehrsministeriums von Lettland den hohen Stellenwert der Flugunfalluntersuchung und der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich.
Ich war überrascht, dass von den 120 Teilnehmern neben mir kaum aktive Linienpiloten bei dieser Veranstaltung anwesend waren.
Bei einigen Diskussionen nach den recht interessanten Vorträgen, wurde rasch klar, dass die Perspektive von den Piloten oft nur unzureichend berücksichtigt wird.
So wurde z.B. eine Studie über „air traffic safety“ auf Großflughäfen (Amsterdam) vorgestellt.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass trotz der sehr komplexen Situation (z.B. 16 Mal pro Tag wird die Pistenverteilung geändert), die Sicherheit nicht beeinflusst wird. Nachdem ich meine Bedenken diesbezüglich geäußert hatte, entwickelte sich eine sehr interessante Diskussion. Dabei wurde klar, dass unsere Perspektive verstärkt in den Prozess einfließen muss.
Am Nachmittag wurde die FreshAirCraft Studie (FACTS) der EASA vorgestellt. Es zwar sehr positiv, dass sich die EASA mit „cabin air“ auseinandersetzt, allerdings gibt es Mängel beim Studiendesign (Messmethode, Messgeräte,..), die bei anschließenden Diskussionen „im kleinen Kreis“ kritisiert wurden.
Interessant scheint in diesem Zusammenhang auch, dass Messungen auf B-787 (keine engine bleed air) ergaben, dass die Qualität der Kabinenluft mit jener der B-767 vergleichbar ist.
Weitere Infos zu diesem und anderen Themen wird es in der übernächsten ACA-Info geben.

 

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Treffen der "european society of air safety investigators"

Gespeichert von Brunhofer Franz am/um 22. Mai 2018 - 20:39

Die europäische Gesellschaft für Flugunfalluntersuchung (European Society of Air Safety Investigators – ESASI) hat mich als Vertreter der ACA zu einer Konferenz nach Riga eingeladen.
Bei diesem Treffen werden aktuelle Flugunfalluntersuchungen aus europäischer Sicht dargestellt.
Darüber hinaus bieten solche Veranstaltung eine optimale Plattform zum Informationsaustausch zwischen den unterschiedlichsten Institutionen und Interessensvertretungen der Luftfahrt.
Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass auch wir als Pilotenvertreter solche Gelegenheiten nutzen, um unsere Anliegen vorzubringen.
Die Konferenz beginnt morgen, am 23.5. und dauert zwei Tage.
Da ich bereits heute nach Riga geflogen bin, konnte ich im Anschluss an das Meeting der „military investigation group“ recht interessante Gespräche führen.

 

 

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FAA erlässt Emergency Airwortihiness Directive wegen Southwest B737 Accident

Bild des Benutzers Christoph Mair
Gespeichert von Christoph Mair am/um 26. April 2018 - 11:40

Nach dem Unfall der Southwest B737 am 17.04.2018 (eine Fanblade des linken Triebwerks hat sich gelöst und ein Kabinenfenster durchschlagen), hat die FAA ein Emergency Airwortihiness Directive (EAD) 2018-09-51 für alle CFM56-7B Triebwerke mit mehr als  30.000 Starts erlassen. Knapp 700 Triebwerke sind davon weltweit betroffen.
Alle 24 Triebwerksschaufeln müssen mit Hilfe von Ultraschall auf Beschädigung und Ermüdung überprüft werden. Diese Untersuchungen müssen innerhalb von 20 Tagen abgeschlossen werden.
Auch EASA hat  ein AD (2018-0071) vom 26.03.2018 und ein EAD (2018-0093-E) vom 20.04.2018 heraus gebeben. Beide betreffen die CFM56-7B Triebwerke.

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Gelungene Notlandung des Fluges Southwest 1380

Gespeichert von Administrator am/um 19. April 2018 - 14:40

Flug Southwest 1380, Vorfall am 18.04.2018. Boeing 737-700 mit 144 Passagieren und 5 Besatzungsmitgliedern. ACA spricht den Hinterbliebenen der Verstorbenen ihr Mitgefühl aus.

Im Reiseflug auf dem Weg von New Yorks LaGuardia Airport nach Dallas lösten sich Teile aus dem linken Triebwerk, Trümmerteile durchschlugen Flügel und Außenwand des Jets, ein Teil der Triebwerksabdeckung fiel ab. Ein Stück durchschlug ein Fenster des Passagierraumes. Die Passagierin, die an diesem Fenster saß, wurde durch den Sog beinahe aus dem Flugzeug gerissen, benachbarte Passagiere zogen sie zuück ins Flugzeug. Leider erlag die 43-jährige Frau nach der Landung ihren Verletzungen. 

Capt. Tammie Jo Shults konnte die Maschine rasch stabilisieren und in Philadelphia notlanden. Es gab noch 7 Leichtverletzte. Laut Spiegel-Online hat die 56-jährige Kapitänin nach der Landung mit allen Passagieren gesprochen. Eine Untersuchung der Ursache für den Triebwerksschaden wurde eingeleitet.

Es vergingen 22 Minuten vom Zwischenfall bis zur Landung in denen es zu starken Vibrationen kam. Capt. Shults landete die Maschine laut NTSB mit einem flapsetting von 5 Grad bei einer approach speed von 165 kts. 

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2 Unfälle mit Linienmaschinen

Gespeichert von Peter Beer - ACA am/um 14. März 2018 - 9:19

ACA drückt das Mitgefühl mit Opfern und Angehörigen von zwei Unfällen mit Turboprop-Maschinen aus. Am 18. Februar verunglückte eine ATR 72 in Yasuj/Iran, die 60 Fluggäste und 6 Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben. Am 12. März verloren in Kathmandu/Nepal ein großer Teil der 67 Passagiere und 4 Crewmitglieder bei einem Unfall das Leben.

In beiden Fällen scheinen widrige Wetterbedingungen auf Flughäfen mit herausfordernden Geländebedingungen eine Rolle zu spielen. ACA betont nicht nur die Wichtigkeit der jeweiligen objektiven Unfalluntersuchung, sondern auch die Bedeutung der Umsetzung der – eventuellen - Empfehlungen. Auch zu schwierigen Flughäfen ist sicherer Flugverkehr möglich, sofern am Boden und bordseitig optimale technische Ausrüstung vorhanden ist (RADAR oder Multilateration, GPS Anflüge, real time Wetterbericht etc.). Zum sicheren Betrieb gehört aber auch immer die Möglichkeit bei zu schlechtem Wetter einen Ausweichflughafen anzufliegen.

Dazu gut ausgebildete Crews, die vernünftige Arbeitsbedingungen haben und die Grundvoraussetzungen um auch die Anzahl der Unfälle mit Turboprop-Maschinen weiter zu reduzieren, wären erfüllt.

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Flug 6W-703 Saratov Airlines

Gespeichert von Administrator am/um 12. Februar 2018 - 9:10

Am 11. Februar verunglückte eine Maschine des Typs Antonov AN-148-100 der Saratov Airlines kurz nach dem Take-Off für einen Flug von Moskau nach Orsk (Russland). Bei dem Absturz verloren alle 65 Passagiere und 6 Crewmitglieder ihr Leben.

Unser aufrichtiges Beileid gilt den Angehörigen der verunglückten Crews und Passagiere dieses Fluges.

Derzeit kann man noch keine Aussagen zum Hergang des Unfalles tätigen. ACA weist darauf hin, dass nur eine profunde Aufklärung durch eine unabhängige Unfalluntersuchung die Ursache aufklären kann. 

ACA verurteilt darüber hinaus Videoaufzeichnungen von den Aufräumarbeiten, die von Privatpersonen gemacht werden und dann mittels Interenet einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dies fördert lediglich Voyerismus und eignet sich in keiner Weise der Aufklärung des Unfalls. Im Gegenteil: die Würde der Verstorbenen und die Gefühle der Hinterbliebenen sollten respektiert und geschützt werden. 

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Wie sicher war 2017 in der Luftfahrt?

Gespeichert von Peter Beer - ACA am/um 1. Januar 2018 - 21:20

Ein genauer Blick auf die Daten von 'Flight Safety Foundation - Aviation Safety Network'.

Flight Safety Foundation (FSF) - Aviation Safety Network (ASN) registriert Unfälle/Vorfälle der kommerziellen Luftfahrt mit Maschinen die 12 oder mehr Passagiersitze aufweisen.

149 Vorfälle/Unfälle wurden aufgelistet. Bei 10 Unfällen waren Todesopfer zu beklagen, insgesamt verloren in der zivilen, kommerziellen Luftfahrt 44 Personen in Flugzeugen und 35 Personen am Boden ihr Leben.  Wenn man Militärmaschinen auch berücksichtigt, kommt man auf 24 Unfälle mit 230 Toten. Jedes Todesopfer ist ein Opfer zu viel.

Setzt man die Zahlen in Beziehung zur Verkehrsleistung (36 800 000 Flüge weltweit) so kann man 2017 als sicherstes Jahr seit Beginn der genauen Aufzeichnungen bezeichnen. 2016 registrierete ASN noch den Verlust von 303 Leben in 16 Unfällen.

Details zu den fatalen Unfällen im Jahr 2017:

  • In 5 der 10 tödlichen Unfälle waren Frachtmaschinen involviert, 5 waren Passagierflüge mit kleineren Maschinen. Kein Passagier-Jet war in einen tödlichen Unfall verwickelt.
  • Die Unfälle verteilen sich auf Nordamerika, Mittelamerika, Afrika und Asien.  
  • Der Absturz einer türkischen Frachtmaschine B 747 in Bishkek (Jän 17) war leider auch für die 35 unbeteiligten Todesopfer am Boden verantwortlich. In 4 weiteren signifikanten Unfällen mit Frachtmaschinen waren kleinere Propellermaschinen involviert (Cessna 208, Shorts 330, Let L 410, Antonov An 26).
  • In die Unfälle bei Passagierflügen waren 3x Cessna 208 und je 1x Let L 410 bzw. ATR 42 involviert.
  • ASN listet auch 5 'nicht kommerzielle' Unfälle mit Opfern auf (2x Ambulanzflüge, 1x Such- und Rettungsdienst, 1x Vorführflug), insgesamt 15 Tote.
  • 10 Unfälle auf militärischen Transportflügen (nicht Einsatzflüge) kosteten 171 Menschen das Leben. 

 Details zu den weniger schweren Unfällen und Vorfällen im Jahr 2017:

  • Viele - nicht fatale - Unfälle betreffen Business-Jets und kleinere Turboprop-Maschinen (z.B. Beech King Air).
  • Involvierte Verkehrsflugzeuge, gereiht nach Vorfallsdatum: Saab 340 (Fahrwek bricht ein), Dash 8 (Fahrwerk bricht ein),  Boeing 767 (Tailstrike bei Landung), A 320 (Tow Truck kollidiert mit Airbus), MD 83 (Runway excursion nach Startabbruch wegen techn. Blockade des Höhenruders), ATR 72 (Beschädigung am Boden durch Tornado), B 737 (Fahrwerk bricht ein), B 737 (Runway excursion nach Landung), A 319 (Beschädigung durch Fahrzeug am Boden), B 737 (Fahrwerk bricht ein), B 757 (Tailstrike bei Landung), A 320 (Beschädigung durch Fahrzeug am Boden), B 737 (Runway excursion bei Landung im Regen), F 27 Cargo (Fahrwerk bricht ein), A 321 (Tailstrike bei Landung), A 321 (Kollision mit CRJ 200 beim Rollen), Dash 8 (Blitzschlag - elektrische Probleme), ATR 72 (Kollision mit Flügelspitze einer landenden B 737), B 737 (kommt vom Taxiway ab und Nosewheel bricht ein), B 737 (Kollision mit stehender B 767 beim Rollen), A 321 (Tailstrike bei Landung),CRJ 200 (Kollision mit Tow Truck am Boden), A 380 (uncontained engine failure), A 320 (Runway excursion nach Landung bei starkem Wind), B 767 (engine damage), Dash 8 (hard landing), ATR 72 (hard landing), ATR 72 (Runway excursion beim Take Off, da der Kapitänssitz sich in die hintere Extremposition bewegte),  B 777 (Bodenkollision mit Lichtmast), A 321 (Feuer in der IFE/Internet Antenne am Boden).

Unfälle und Vorfälle können allen Typen und in allen Weltgegenden passieren. Schwere Unfälle korrelieren aber mit kleineren Fluggesellschaften und kleineren Propellermaschinen. Frachtflüge bleiben 'kritisch'. Flugzeugtypen mit langem Rumpf sind 'tailstrike' kritisch. Technische Probleme lagen hauptsächlich bei Fahrwerken und bei Triebwerken. Schlechte Wetterbedingungen, besonders bei Landungen schlagen sich auch 2017 in Ereignissen nieder.

ACA unterstützt die global sehr erfolgreichen Maßnahmen der jeweiligen Airline-Sicherheitsmanagements (Management Systems nach ICAO Annex 19). Weiters weisen wir darauf hin, daß faire soziale Rahmenbedingungen (Kollektivvertrag, Dienstort, Dutytimes etc.) für Crews und Bodenpersonal ein wichtiger, unterstützender Sicherheitsfaktor sind, der auch in Zukunft im Auge zu behalten ist.

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JUST CULTURE - Learn from each other

Gespeichert von Peter Beer - ACA am/um 21. November 2017 - 14:34

110 Teilnehmer aus Luftfahrt (Fluglotsen, Piloten), Medizin, Eisenbahn, Nuklearindustrie und aus dem Justizbereich (Richter, Staatsanwälte) sind in Rom zusammengekommen, um neue Aspekte zu 'Just Culture' zu lernen, zu diskutieren und gemeinsame Übungen zu machen. Ähnliche Probleme werden in verschiedenen Branchen sehr unterschiedlich behandelt. Der Luftfahrt wird im allgemeinen ein gewisser Vorsprung in der Umsetzung von Just Culture attestiert, es zeigen sich aber Unterschiede zwischen einzelnen europäischen Ländern und zwischen Flugsicherung und den Airlines. ACA verfolgt in Abstimmung mit ECA den Gedanken, ggf. Kollegen/innen effektiv unterstützen zu können.

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JUST CULTURE - Prosecutor Expert Course

Gespeichert von Peter Beer - ACA am/um 15. November 2017 - 11:38

3 Piloten, im Auftrag der ECA; 4 Fluglotsen im Auftrag der IFATCA; eine Gruppe von Moderatoren der EUROCONTROL - alle arbeiten 3 Tage im heiklen Bereich der Schnittmenge 'Aviation Safety' und ' Rechtssystem'.  Richter/innen und Staatsanwälte/innen sind aus vielen europäischen Ländern anwesend, es soll durch intensive Kommunikation und Interaktion die Komplexität und Wichtigkeit unserer Arbeit näher gebracht werden. Sollte ein/e ACA-Mitglieds Pilot/in je - im Bereich Luftfahrt - gerichtlich belangt werden, stehen wir Teilnehmer dieses Kurses als unterstützende Experten (expert witness) zur Verfügung.

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