Pilotenkarriere und Diabetes – geht das?

Jeder weiß, dass Pilotinnen und Piloten außerordentlich gesund sein müssen, um ein gültiges Medical zu bekommen bzw. dieses zu erhalten. Diabetes mit Insulin-Behandlung ist eine Krankheit, die bis dato eine Pilotenkarriere unmöglich machte. Bei Diabetes – siehe dazu unseren Artikel in der aca-info 5-6/2019 – ist die Zuckerverwertung gestört (Typ-II-Diabetes), es bleibt zuviel Zucker im Blut, woraufhin die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin bildet, bis diese irgendwann nachlässt und die Insulinproduktion zurückfährt. Die größte Gefahr bei Diabetes ist die Unterzuckerung.

IFALPA hat zu Insulin-Treated Diabetes Mellitus (ITDM) folgende Position:

Erfahrungen aus Großbritannien haben gezeigt, dass sogar Class 1 Medical Piloten mit ITDM kommerziell sicher fliegen können. Diese Behandlung sollte für das Class 1 Medical zertifiziert werden, vorausgesetzt ein striktes Blutzucker-Kontroll-Protokoll wird angewendet. Piloten mit Diabetes dürften jedoch an keiner weiteren Erkrankungen, die oft mit Diabetes einher geht, leiden (kardiovaskulär, neurologisch, Augen).

Die Luftfahrtbehörden von Großbritannien, Irland und Österreich haben seit 2015 ein “Insulin Behandlungsprotokoll” im Einsatz und sammeln seither die Daten von Piloten, die betroffen sind. Daten von 26 Piloten wurden in einer Studie (“The Lancet”) in diesem Frühjahr veröffentlicht. Während mehr als 4900 Flügen gab es sehr wenige Blutwerte (die Blutzuckermonitoring-Technologien haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert), die außerhalb des grünen Bereichs lagen.

Das IFALPA Positionspapier im Original: 19pos05-insulin-treatment-flying.pdf