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Wie sicher war 2017 in der Luftfahrt?

Gespeichert von Peter Beer - ACA am/um 1. Januar 2018 - 21:20

Ein genauer Blick auf die Daten von 'Flight Safety Foundation - Aviation Safety Network'.

Flight Safety Foundation (FSF) - Aviation Safety Network (ASN) registriert Unfälle/Vorfälle der kommerziellen Luftfahrt mit Maschinen die 12 oder mehr Passagiersitze aufweisen.

149 Vorfälle/Unfälle wurden aufgelistet. Bei 10 Unfällen waren Todesopfer zu beklagen, insgesamt verloren in der zivilen, kommerziellen Luftfahrt 44 Personen in Flugzeugen und 35 Personen am Boden ihr Leben.  Wenn man Militärmaschinen auch berücksichtigt, kommt man auf 24 Unfälle mit 230 Toten. Jedes Todesopfer ist ein Opfer zu viel.

Setzt man die Zahlen in Beziehung zur Verkehrsleistung (36 800 000 Flüge weltweit) so kann man 2017 als sicherstes Jahr seit Beginn der genauen Aufzeichnungen bezeichnen. 2016 registrierete ASN noch den Verlust von 303 Leben in 16 Unfällen.

Details zu den fatalen Unfällen im Jahr 2017:

  • In 5 der 10 tödlichen Unfälle waren Frachtmaschinen involviert, 5 waren Passagierflüge mit kleineren Maschinen. Kein Passagier-Jet war in einen tödlichen Unfall verwickelt.
  • Die Unfälle verteilen sich auf Nordamerika, Mittelamerika, Afrika und Asien.  
  • Der Absturz einer türkischen Frachtmaschine B 747 in Bishkek (Jän 17) war leider auch für die 35 unbeteiligten Todesopfer am Boden verantwortlich. In 4 weiteren signifikanten Unfällen mit Frachtmaschinen waren kleinere Propellermaschinen involviert (Cessna 208, Shorts 330, Let L 410, Antonov An 26).
  • In die Unfälle bei Passagierflügen waren 3x Cessna 208 und je 1x Let L 410 bzw. ATR 42 involviert.
  • ASN listet auch 5 'nicht kommerzielle' Unfälle mit Opfern auf (2x Ambulanzflüge, 1x Such- und Rettungsdienst, 1x Vorführflug), insgesamt 15 Tote.
  • 10 Unfälle auf militärischen Transportflügen (nicht Einsatzflüge) kosteten 171 Menschen das Leben. 

 Details zu den weniger schweren Unfällen und Vorfällen im Jahr 2017:

  • Viele - nicht fatale - Unfälle betreffen Business-Jets und kleinere Turboprop-Maschinen (z.B. Beech King Air).
  • Involvierte Verkehrsflugzeuge, gereiht nach Vorfallsdatum: Saab 340 (Fahrwek bricht ein), Dash 8 (Fahrwerk bricht ein),  Boeing 767 (Tailstrike bei Landung), A 320 (Tow Truck kollidiert mit Airbus), MD 83 (Runway excursion nach Startabbruch wegen techn. Blockade des Höhenruders), ATR 72 (Beschädigung am Boden durch Tornado), B 737 (Fahrwerk bricht ein), B 737 (Runway excursion nach Landung), A 319 (Beschädigung durch Fahrzeug am Boden), B 737 (Fahrwerk bricht ein), B 757 (Tailstrike bei Landung), A 320 (Beschädigung durch Fahrzeug am Boden), B 737 (Runway excursion bei Landung im Regen), F 27 Cargo (Fahrwerk bricht ein), A 321 (Tailstrike bei Landung), A 321 (Kollision mit CRJ 200 beim Rollen), Dash 8 (Blitzschlag - elektrische Probleme), ATR 72 (Kollision mit Flügelspitze einer landenden B 737), B 737 (kommt vom Taxiway ab und Nosewheel bricht ein), B 737 (Kollision mit stehender B 767 beim Rollen), A 321 (Tailstrike bei Landung),CRJ 200 (Kollision mit Tow Truck am Boden), A 380 (uncontained engine failure), A 320 (Runway excursion nach Landung bei starkem Wind), B 767 (engine damage), Dash 8 (hard landing), ATR 72 (hard landing), ATR 72 (Runway excursion beim Take Off, da der Kapitänssitz sich in die hintere Extremposition bewegte),  B 777 (Bodenkollision mit Lichtmast), A 321 (Feuer in der IFE/Internet Antenne am Boden).

Unfälle und Vorfälle können allen Typen und in allen Weltgegenden passieren. Schwere Unfälle korrelieren aber mit kleineren Fluggesellschaften und kleineren Propellermaschinen. Frachtflüge bleiben 'kritisch'. Flugzeugtypen mit langem Rumpf sind 'tailstrike' kritisch. Technische Probleme lagen hauptsächlich bei Fahrwerken und bei Triebwerken. Schlechte Wetterbedingungen, besonders bei Landungen schlagen sich auch 2017 in Ereignissen nieder.

ACA unterstützt die global sehr erfolgreichen Maßnahmen der jeweiligen Airline-Sicherheitsmanagements (Management Systems nach ICAO Annex 19). Weiters weisen wir darauf hin, daß faire soziale Rahmenbedingungen (Kollektivvertrag, Dienstort, Dutytimes etc.) für Crews und Bodenpersonal ein wichtiger, unterstützender Sicherheitsfaktor sind, der auch in Zukunft im Auge zu behalten ist.

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