Konferenz der europäischen Flugunfalluntersucher (ESASI)

Der Präsident der europäischen Gesellschaft der Flugunfalluntersucher (ESASI) – Olivier Ferrante – hat heute das ESASI Seminar 2018 in Riga eröffnet.Gleich zu Beginn betonten Vertreter des Verkehrsministeriums von Lettland den hohen Stellenwert der Flugunfalluntersuchung und der internationalen Zusammenarbeit in diesem Bereich.
Ich war überrascht, dass von den 120 Teilnehmern neben mir kaum aktive Linienpiloten bei dieser Veranstaltung anwesend waren.Bei einigen Diskussionen nach den recht interessanten Vorträgen, wurde rasch klar, dass die Perspektive von den Piloten oft nur unzureichend berücksichtigt wird.So wurde z.B. eine Studie über „air traffic safety“ auf Großflughäfen (Amsterdam) vorgestellt.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass trotz der sehr komplexen Situation (z.B. 16 Mal pro Tag wird die Pistenverteilung geändert), die Sicherheit nicht beeinflusst wird. Nachdem ich meine Bedenken diesbezüglich geäußert hatte, entwickelte sich eine sehr interessante Diskussion. Dabei wurde klar, dass unsere Perspektive verstärkt in den Prozess einfließen muss.
Am Nachmittag wurde die FreshAirCraft Studie (FACTS) der EASA vorgestellt. Es zwar sehr positiv, dass sich die EASA mit „cabin air“ auseinandersetzt, allerdings gibt es Mängel beim Studiendesign (Messmethode, Messgeräte,..), die bei anschließenden Diskussionen „im kleinen Kreis“ kritisiert wurden.
Interessant scheint in diesem Zusammenhang auch, dass Messungen auf B-787 (keine engine bleed air) ergaben, dass die Qualität der Kabinenluft mit jener der B-767 vergleichbar ist.
Weitere Infos zu diesem und anderen Themen wird es in der übernächsten ACA-Info geben.

Dr. Franz Brunhofer (ACA Delegate HUPER Committee)