HUPER Meeting Tokio – Human Factors

Am ersten Tag des meetings standen die HUMAN-Faktoren im Mittelpunkt des Interesses.

Die japanische Zivilluftfahrtsbehörde (JCAB – Japan civil aviation bureau) stellte eine umfangreiche Studie zu Fatigue vor. Ziel dieser Untersuchung war, Flugdienstzeiten anzupassen und kritische Faktoren zu ermitteln. Leider weist die Studie enorme Schwächen im Design und bei den verwendeten Methoden auf und würde wohl keiner wissenschaftlichen Überprüfung Stand halten. Auf meine Frage, warum nur Kapitäne in die Betrachtungen einbezogen wurden, sagte mir der Leiter der Untersuchung, dass man davon ausgehe, dass Kapitäne aufgrund ihrer Aufgabe wesentlich stärker von Müdigkeit betroffen sind, als Kopiloten!

Harry Nelson von Airbus hielt einen sehr interessanten Vortrag über inappropriate control inputs. Die Daten zeigen einen enormen Anstieg von control inputs, die zeitlich oder von der Intensität in der jeweiligen Situation nicht erorderlich oder erwünscht sind und zu kritischen Flugzuständen führen können. Darüberhinaus kommt es nach wie vor zu einer sehr hohen Anzahl an control inputs des PM.

Diese Thematik wird von EASA sehr intensiv untersucht – Airbus und Boeing stellen die Daten zur Verfügung. 2020 sollen die errsten Erkenntnisse dieser Untersuchungen veröffentlich werden und daraus konkrete Schulungserfordernisse abgeleitet werden.

NOTAMs: Die Flut an unübersichtlichen NOTAMs hat uns vor einem Jahr veranlasst, diese Thematik näher zu untersuchen. 2007 gab es 500.000 Notams – 2019 bereits 2Mio.Wir haben die verantwortlichen Stellen mit der für uns Piloten so unbefriedigenden Situation konfrontiert und versucht, Lösungen zu erarbeiten. Bei der Veröffentlichung von Notams wird auf die Bedürfnisse der Piloten in keinster Weise Rücksicht genommen. Es gibt eine viel zu hohe Anzahl an Notams, die älter als 100 Tage sind. Format und Filtermöglichkeiten sind vollkommen unbefriedigend.

Wir werden bis Jänner 2020 konkrete Vorschläge erarbeiten und diese den Behörden zur Verfügung stellen. Die Bereitschaft zu einer Veränderung ist dort recht groß – unsere Initiative wurde sehr positiv aufgenommen.

Es gab noch eine Vielzahl weiterer Themen, die diskutiert wurde.

Am 2. Tag steht das Thema “Training und Licensing” im Mittelpunkt – am 3. Tag Medical.