Die Redundanz des Teams

Fluggesellschaften und deren Investoren äußern vermehrt den Wunsch, die Anzahl an PilotInnen zu reduzieren. Die Ziele sind eindeutig: Ein-Mann-Cockpits und vollautomatische Flugzeuge, deren Technik ohne menschliches Zutun funktioniert. Argumentiert wird dieses Vorhaben mit teuren Personalkosten und verlässlichen Systemen. Außerdem wolle man menschliche Fehler eliminieren. Unser Dachverband IFALPA betont, dass Fliegen die sicherste Ar zu reisen ist – dieser Status sei allerdings nicht ausschließlich mit verlässlichen Systemen, sondern ebenso durch gut ausgebildete PilotInnen über Jahrzehnte erreicht worden. Unser Vizepräsident Christian Flatschart unterstreicht, dass es oftmals nur durch die Koordinations- und Kombinationsgabe des Menschen gelingt, Systemfehler zu erkennen und so schwere Vorfälle oder gar Unfälle zu vermeiden. Flatschart weist auf einen konkreten Fall hin: “Erst vergangenes Jahr gab es einen Vorfall einer österreichischen Fluggesellschaft, bei dem das System einen Triebwerksausfall anzeigte, die Besatzung aber trotz mehrerer weiterer Fehleranzeigen erkannte, dass das Triebwerk einwandfrei funktionierte. Diese Redundanz gibt es nur im Team und kann durch keinen Computer ersetzt werden.”

20pos04-short-form-the-dangers-of-reduced-crew-operations.pdf