Der “Ryanair-Stil”

Der österreichische Verband für Verkehrspiloten kritisiert die aktuelle Vorgangsweise des Laudamotion/Ryanair Managements. Die Lauda-Crews sollen den Plänen von Ryanair zufolge unter anderem mehr fliegen und bei Überschreiten von Höchstgrenzen in Zwangsurlaub gehen. Allein der Versuch, die Belegschaft unter Androhung von Kündigungen zu erpressen, zeigt die interne Vorgehensweise der Low Cost Airline Ryanair. Damit nicht genug, werden Billigpiloten der Ryanair Tochter ‚Buzz’ für eine saisonale Stationierung am Standort Wien rekrutiert, um den Druck weiter zu erhöhen. Ein Bruch des Kollektivvertrages durch die Airline würde gegen das österreichische Arbeitsrecht verstoßen.

Die aktuellen Ereignisse bei Lauda passen zum Bild, das man auch bisher in Europa von Ryanair kennt. Strikte Regimes statt Crew-Management, sobald Widerstand geleistet wird, droht man mit Schließung der Base. Aber in Europa steigt auch der Druck gegen Ryanair, Piloten vernetzen sich länderübergreifend, um sich gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Die Solidarität, auch und besonders, wie sie jetzt in Wien zu beobachten ist, zeigt, dass Piloten nicht bereit sind, diese Aggression einfach hinzunehmen.

Gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden der European Cockpit Association und deren 40.000 Mitglieder tritt ACA dafür ein, dass es endlich auch für Ryanair gelten muss, sich an internationale Spielregeln zu halten. Dazu zählt, dass Crews branchenübliche Kollektivverträge mit dem Arbeitgeber abschließen können, die einzuhalten sind.