Zürser Tage für Flugmedizin 2018

Am heutigen Tag gab es viel Neuigkeiten von der Behörde bzgl. EASA Vorgaben für die medizinische Untersuchung von Piloten. Hier wird es zu Änderungen kommen, die wir für unsere Mitglieder recht genau verfolgen werden.

Aus den Vorträgen der Flugpsychologie geht hervor, dass die psychische Unterstützung für Piloten immer wichtiger wird, da sich die Rahmenbedingungen doch sehr dramatisch verschlechtert haben und es dadurch zu enormen Belastungssituationen kommen kann.

Die Angst vor drohendem Arbeitsplatzverlust durch Krankheit oder kritischen Leistungsbeurteilung im Flugdienst (Simulator, Line-Check…) ist nicht nur in Österreich oder Europa sehr aktuelles Thema – weltweit berichten viele Kollegen im internationalen Pilotenverband von ähnlichen Problemfeldern.

Der Bedarf an anonymer Hilfestellung ist stark angestiegen.

Von den Teilnehmern hier in Zürs wurde mehrfach ein Umdenken bei der EASA thematisiert – vor allem, wenn es um steigende Belastungen (Fludienstzeiten, pay to fly, Arbeitsbedingungen,…..) geht.

Der Kongress geht zwar erst morgen zu Ende – man kann aber schon jetzt sagen, dass dieses Treffen der Flugmediziner und Flugpsychologen einen wertvollen Beitrag zur Flugsicherheit leistet.

 

Zürser Tage für Flugmedizin 2018

Gestern wurde in einem sehr feierlichen Rahmen das 25-jährige Bestehen der Akademie für Flugmedizin gefeiert. Neben zahlreichen Politkern waren auch Vertreter der Presse und des ORF anwesend.

Dabei wurde die Arbeit der österreichischen Akademie für Flugmedizin gwürdigt.

Neben den Feierlichkeiten gab es aber auch sehr interessante Vorträge – vor allem der Kardiologen.

Fragestellungen – ob bzw. unter welchen Bedingungen Piloten mit Herzschrittmacher fliegen dürfen – wurden erörtert.

Heute liegt der Schwerpunkt bei der Flugpsychologie. Darüber hinaus werden Vertreter der Austro Control neue Bestimmungen vorstellen.

Zürser Tage für Flugmedizin 2018

Der Präsident der österreichischen Akademie für Flugmedizin – Herr Prof. Köstler -hat heute die Zürser Tage für Flugmedizin eröffnet. Diese enorm wichtige Veranstaltung wird heuer bereits zum 25. Mal abgehalten.

Schon gestern kam es im Vorfeld dieses Kongresses zu sehr interessanten Gesprächen. Es wurde dabei relativ rasch klar, dass die EASA Vorgaben bzgl. Class 1 Medical auf uns Piloten empfindliche Veränderungen bedeuten können und dieses EASA Vorgaben auch von den Flugmedizinern nicht uneingeschränkt begrüßt werden.

Herr Prof. Köstler weist in seiner Begrüßungsansprache auf die Erfolge der Österreichischen Akademie für Flugmedizin in den abgelaufenen 25 Jahren hin.

Der Einfluss der österreichischen Flugmedizin auf die europäische und amerikanische Flugmedizin ist bemerkenswert hoch. (European Society of Aerospace Medicine = ESAM //The Aerospace Medical Association = AsMA)

Besonders betont wird auch das Engagement der ACA und die gute Zusammenarbeit auf sehr hohem Niveau.

Ich werde weiter auf der ACA homepage von diesem Kongress berichten und die wichtigsten Erkenntnisse in einer der nächsten ACA-Ausgaben darstellen.

Ein Rückschritt für die Sicherheit der Luftfahrt in der Schweiz

„Die Verurteilung des Fluglosten um eine fälschlicherweise erfolgte Startfreigabe für zwei Flugzeuge auf sich kreuzenden Pisten am Flughafen Zürich, ist ein Rückschritt für die Flugsicherheit in der Schweiz. Das Hochrisikosystem «Luftfahrt» ist zur Vermeidung von Unfällen auf die zuverlässige Arbeit von zahlreichen Spezialisten angewiesen. Dieses Urteil gegen einen dieser Spezialisten wird die Flugsicherheit nicht verbessern, sondern verschlechtern.“

Auch wenn wir in Österreich nicht alle Detailinformationen zum gegenständlichen Vorfall haben, gehen wir mit unserer – gut informierten – Schweizer Schwesterorganisation AEROPERS konform. In einer komplexen ‚High Reliability Organisation‘ wie der Flugsicherung ist das Sicherheitsmanagement auf rege Rückmeldungen der Fluglotsen angewiesen.

Das heißt auch Abläufe, die nicht ideal gelaufen sind, sollen freiwillig gemeldet werden, um der Sicherheitsabteilung die Möglichkeit zu Gegenmaßnahmen zu geben. Diese Bereitschaft wird durch schwerwiegende Konsequenzen, wie im gegenständlichen Fall, stark eingeschränkt. 

Natürlich stehen Fluglotsen und Flugzeugbesatzungen nicht über dem Gesetz. Was sie aber verdienen, ist Fairness unter Berücksichtigung der besonderen Arbeitsbedingungen in der Luftfahrt. Jeder ‚Vorsatz‘ und auch ‚Fahrlässigkeit‘ sind gefährlich und streng zu sanktionieren. Es wird aber niemand ernsthaft annehmen, ein Fluglotse wird absichtlich durch simultane Freigabe auf kreuzenden Pisten eine gefährliche Situation herbeiführen. 

Hohe Arbeitsbelastung, technische Einschränkungen, schwierige Wetterbedingungen und zahlreiche weitere belastende Umstände des Arbeitslebens in der Luftfahrt können aber zu gelegentlichen Fehlleistungen führen.

Als Piloten leben wir aber lieber in einer Welt, in der Fluglotsen angstfrei gemeinsam mit ihrer Sicherheitsabteilung an kontinuierlichen Verbesserungen der Arbeitsabläufe arbeiten. Zum Beispiel ist die Meldung: ‚Beinahe hätte ich zwei Maschinen auf kreuzenden Pisten eine Startfreigabe gegeben, weil gleichzeitig ein Telefonanruf kam und die normale Telefonverbindung wegen Wartung auf das Standby System geschaltet war und ich einen Augenblick unsicher war ob mich mein Gegenüber auch hört …‘ das Werkzeug, um in Zukunft Gefahrenpotentiale weitgehend zu eliminieren.

Wie in jeder komplexen Organisation laufen auch in der Luftfahrt nicht immer alle Dinge nach Lehrbuch-Ideal ab. Nicht alle Abweichungen werden publik. 

Wenn eine Abweichung bekannt wird und sofort persönliche Schuld (Vorsatz?) gesehen wird, ist der Weg zu Strafe nicht weit. Kann man es verdenken, wenn als Folge die Akteure alles tun, um nichts bekannt werden zu lassen?

ACA bekennt sich zum Prinzip der ‚Just Culture‘, in dem Verbesserungen wichtiger sind als Strafen. Nach ‚Just Culture‘ sollen Sanktionen unterbleiben, wenn die handelnden Personen entsprechend ihrer Ausbildung und ihrem Erfahrungsstand ihr Bestes geben. Keine Entschuldigung gibt es für ‚Vorsatz‘ und ‚Fahrlässigkeit‘ die streng zu sanktionieren sind.

Die feine Grenzlinie kann nur durch Teams von kompetenten Fachleuten gezogen werden, die gegebenenfalls auch die Justizbehörden beraten. 

ACA ist an einem EUROCONTROL Programm beteiligt, welches diese Experten bei Bedarf zur Verfügung stellt.

European Cockpit Association General Meeting

Zwei wichtige Tage kamen am 21. und 22. November auf alle ECA Mitglieder und somit auch auf die ACA zu. Im Rahmen der European Cockpit Association Konferenz, welche bei Eurocontrol in Brüssel abgehalten wurde, ist der neue ECA Präsident und Nachfolger von Dirk Polloczek gewählt worden. Am Tag vor der Wahl galt der Fokus der Veranstaltung einigen anderen Themen wie D4S (Data 4 Safety), dem aktuellen Stand der Ryanair Transnational Pilots Group, dem Fortschritt der Tarifverhandlungen mit Ryanair, der Revision des EU Artikels 1008/2008, welcher eine starke liberalisierung unseres europäischen Luftraumes gegenüber Drittstaaten ermöglicht hätte und ein Aufzeigen der steigenden Überlastung unseres europäischen Luftraumes aufgrund des starken Zuwachses des Luftverkehrs.

IFALPA AAP Meeting 2018 – Sydney (Tag 3)

Der dritte Tag des AAP Meetings beginnt mit einem interessanten Vortrag des Vorsitzenden der ATSB, der Australischen Flugunfallkommission, gefolgt von weiteren Analysen einiger Flugunfällen der jüngeren Vergangenheit. Nach der gestrigen Erstellung zweier neuer AAP Positionspapiere werden diese, sowie einige bestehende noch gemeinsam verbessert, bzw. aktualisiert.

Nach Bekanntgabe der kommenden AAP Termine endet das heurige Committee Meeting am Nachmittag. 

Im Namen der ACA möchte ich mich bei den sehr gastfreundlichen Kollegen der AusALPA für das gut organisierte Meeting bedanken.

Eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuigkeiten des Meetings findet ihr in der kommenden aca–info.

Herzliche Grüße aus 🇦🇺

IFALPA AAP Meeting 2018 – Sydney (Tag 2)

Bevor wir diverse Flugunfälle näher erörten, beginnt der zweite Tag des Meetings mit der Feststellung des AAP Boards, dass zuwenig Lehren aus diversen Flugunfällen in der Vergangenheit gezogen worden sind. Um diesen Umstand asbald zu ändern, möchte das AAP Committee in Zukunft eine kleine Arbeitsgruppe einrichten, die sich insbesonders mit dem „Follow Up“ von fertig analysierten Flugunfällen beschäftigt und welche Konsequenzen tatsächlich erfolgreich umgesetzt worden sind. Damit möchte man vor allem dem präventiven Teil der Arbeit des AAP Committees gerecht werden.

Weiters werden in kleinen Gruppen diverse Positionspapiere erarbeitet.

Details hierzu findet ihr in der nächsten aca–info!

Herzliche Grüße aus 🇦🇺

IFALPA AAP Meeting 2018 – Sydney (Tag 1)

Am 14.11. 2018 startet pünktlich um 09:00 das jährliche IFALPA AAP  Committee Meeting 2018. Der Austragungsort dieses Meetings ist mit Sydney – zumindest für Europäische Pilotenverbände – nicht gerade um die Ecke. Entsprechend schauen die Augen vieler Kollegen aus, wir fühlen, wie es den Gastgebern bei unseren Veranstaltungen gehen muss.

2017 wurde im AAP Bereich ein “all time record” bei einem IFALPA Committee Meeting erreicht, auch 2018 ist dieses mit vielen Delegates gut besucht.

Der erste Tag dreht sich unter anderem um:

  • AIR – Airborne Image Recorder,
  • Flight Recorder Data Retrieving,
  • RPAS,
  • Recorder Maintenance,
  • Probleme mit selbst verursachten Social Media Inhalten,
  • Erfahrungen mit Incidents/Accidents aus dem laufenden Jahr,
  • sowie Probleme beim Umgang mit BIG DATA.

Ein detaillierter Bericht zu diesem Meeting folgt in der nächsten aca-info.

Herzliche Grüße aus 🇦🇺

Schließung der Ryr-Base in Berlin – Reaktionen der Piloten

Am Montag, 5.11.2018 findet in Berlin eine Versammlung der besonderen Art statt. Als Protest gegen die Schließung der Ryanair-Basis Berlin versammeln sich zahlreiche Piloten von unterschiedlichen Airlines, um ein Zeichen der Solidarität für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen zu setzen. Um 11:45 fand eine Presse-Konferenz statt.

Hintergrund: da sich Ryanair nicht mit Vereinigung Cockpit auf einen Tarifabschluss für alle in D stationierten Piloten einigen kann (bzw. Schwierigkeiten hat, VC als Tarifpartner zu 100% anzuerkennen) und es in den vergangenen Monaten deshalb auch immer wieder zu Arbeitsniederlegungen kam, beschloss Ryanair, sich aus manchen Basen zurückzuziehen und das Geschäft an anderen Orten zu verstärken. Nach außen hin werden diese Schließungen mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten begründet, bis dato fehlen dazu aber die Nachweise (Anmerkung: ACA ist kein diesbezüglicher Nachweis bekannt). Die betroffenen Piloten, die nun entweder kündigen müssen oder sich für eine andere europäische Basis (kein Wahlrecht!) bewerben dürfen, protestieren heute gegen diese Vorgangsweise.

„Mit Versetzungen von Teilen der Belegschaft soll das Personal gefügig gemacht werden, diesen Arbeitskampf abzubrechen. Um alle Ryanair-Beschäftigten zu schützen und ihnen eine Zukunft aufzeigen zu können, brauchen wir dringend einen belastbaren Sozialplan. Ganz akut geht es natürlich auch um die Betroffenen in Bremen und Weeze“, so Ingolf Schumacher, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit (VC).

Europäische Pilotenverbände haben Vertreter entsandt, um ihre Solidarität auszudrücken, unter ihnen Piloten von ACA, VC, SEPLA, Aeropers, IALPA, BALPA sowie Vertretern aus US (ALPA-I).

Mehr dazu in der Pressemitteilung der Vereinigung Cockpit.

Flug JT-610 Lionair

Eine Lionair Boeing 737-800 MAX, registriert auf PK-LQP auf dem Flug von Jakarta nach Pangkal Pinang (Indonesien) verunglückte am 29.10.2018. An Bord des Flugzeuges waren 181 Passagiere and 7 Crewmitglieder. Man befürchtet, dass es keine Überlebenden gibt.

Jedes Unglück verleitet zu Spekulationen. ACA weist darauf hin, dass nur eine profunde Unfalluntersuchung die Ursachen finden kann, und nur dann können auch Lehren für die Zukunft gezogen werden.

Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen der Crews und der Passagiere.