Comloss

Wer war schuld? Der Pilot oder gab es technische Gründe oder war es doch die ATC ? In manchen Staaten können gegenüber den verantwortlichen Piloten/Pilotinnen Forderungen entstehen.
In diesem neuen Position Paper der ECA wird die Haltung der ECA und ACA gefestigt: es soll keine Forderungsrechte gegenüber den verantwortlichen PilotInnen geben. Vielmehr geht es um eine positive “Safety culture“, um aus Vorfällen zu lernen und Methoden zu fördern, die diese Comloss incidents minimieren.

Gender Diversity FPWG Position Paper

ACA präsentiert das erste IFALPA Female Pilot Working Group (FPWG) Position Paper. ACA war federführend bei der Erstellung des Position Papers – das erste FPWG Meeting seit der offiziellen Anerkennung durch IFALPA im März 2019 fand im September 2019 in Wien statt.
Was bei vielen Airlines noch unvorstellbar scheint, ist dank des Kollektivvertrages bei Austrian Airlines bereits gelebte Realität. IFALPA erkennt an, dass es unverzichtbar ist, dass die Förderung von Programmen zur Attraktivierung des Berufes für Frauen innerhalb der Airlines ein wesentlicher Beitrag sein wird, um den zukünftigen Piloten- / Pilotinnen-Bedarf decken zu können.

Pilot Self Assessment Systems

ACA begrüßt grundsätzlich alle Initiativen zur Erhöhung der Flugsicherheit im Allgemeinen und zur Verbesserung der Qualifikation von Piloten im Besonderen.

Die Einführung von “Pilot Self-Assessment Systems”, wie sie derzeit bei manchen Airlines beobachtet wird, kann – sofern richtig eingeführt und angewendet – zu einer Qualifikationsverbesserung beitragen.

Derartige Systeme verwenden visualisierte FDM-Daten, anhand derer Piloten ihren letzten Flug nachvollziehen und gegebenenfalls Verbesserungspotenzial identifizieren können.

Grundsätzlich sollen “Pilot Self-Assessment Systems” nur im Rahmen eines voll umgesetzten Programms zur Auswertung von Flugdaten (“Flight Data Analysis Programme” FDAP) eingeführt werden. Sie sollen in bestehende oder zu erstellende Vereinbarungen zwischen Airline und Pilotenvertretern über ein FDAP aufgenommen werden.

Vor Einführung sind unbedigt verbindliche Datenschutzregeln festzulegen, um die Möglichkeit von Missbrauch des Systems zum Nachteil von Piloten zu minimieren.

Der Einsatzzweck ist unmissverständlich zu definieren und nicht-zweckgemäße Verwendung auszuschließen.

In diesem Sinne geht ACA konform mit der Meinung von IFALPA, die im 19pos18-pilot-self-assessment-systems.pdf festgelegt ist.

Air Cargo Security

ACA unterstützt die Haltung der IFALPA, um die Sicherheit im Air Cargo Bereich zu erhalten und stetig weiter zu verbessern.

Air Cargo muss komplexe Sicherheitsprozesse durchlaufen, die IFALPA wünscht hierzu mindestens eine jährliche unangekündigte Überprüfung der Firmen, Zulieferer und des Personals durch Behörden. Weiteres sind die auch die Sendungsstücke in Passagierflugzeugen, zu einem gewissen Prozentsatz in die zufälligen Überprüfungen miteinzubinden. Das Security Personal soll ebenso keine zollrelevanten Aufgaben übernehmen, da sonst die Qualität ihrer eigentlichen Aufgaben darunter leiden könnte.

19pos11-air-cargo-security.pdf

Deportees

Die Thematik der Deportees beschäftigt weiterhin ungebrochen einzelne Staaten und die involvierten Airlines. Die internationalen Pilotenvertreter sind sich einig, dass es nach der Tokio Convention und den daraus resultierenden Befugnissen für den Commander nur möglich ist, eine Abschiebung zu verhindern, wenn ernste Zweifel an der sicheren Flugdurchführung bestehen. Keinesfalls sollten diese Commander-Befugnisse dazu verwendet werden, um aus humanitären Gründen oder auf Druck einer Gruppierung eine Abschiebung zu verhindern. Sollte Druck auf einzelne Crewmitglieder ausgeübt werden, so ist das innerhalb der Airline bzw. den Behörden zu melden.

Einer Abschiebung liegt ein juristischer Prozess zu Grunde. Die Verantwortung für die Abschiebung an sich liegt ausschließlich beim abschiebenden Staat. Was womöglich mit einem Deportee nach Ankunft in seinem Heimatland passiert, liegt nicht im Verantwortungsbereich der Crew. IFALPA verurteilt jegliches Vorgehen, bei dem Crews unter Druck gesetzt werden oder das Flugzeug als Demonstrationsort verwendet wird.

Weiterlesen: das Position Paper der IFALPA 19pos15-passenger-flights-carrying-deportees.pdf

 

 

UIA Flight PS-752

Das neue Luftfahrt-Jahr beginnt leider mit einem neuerlichen Unglück. In den Morgenstunden des 8.1.2020 stürzte die B737, eine Maschine der Ukraine International Airlines kurz nach dem Take-Off vom Airport Teheran ab. Dabei kamen alle 167 Passagiere und die an Bord befindlichen 9 Crewmitglieder ums Leben.

ACA ist in Gedanken bei den verunglückten Kolleginnen und Kollegen aus Cockpit und Kabine, den Passagieren und Angehörigen.

Wie seit dem 10. Jänner bekannt ist, wurde die Maschine von Einheiten des Iranischen Militärs abgeschossen.

Update 16. 1.: Lesen Sie dazu das Statement 01/2020: Flights into and over Conflict Zones ACA-PS-01-2020-Conflict-Zones.pdf

Update 20.1.: ECA hat am 19.1. ein Presse-Statement zu “Flying in hostile airspace costs lives …” veröffentlicht.

Bek Air flight Z2100

ACA bedauert den tragischen Absturz der Fokker 100 der Bek Air. Wenige Sekunden nach dem Take-Off vom Airport Almaty, Kasachstan, stürzte die Maschine ab, einige Menschen verloren dabei ihr Leben. Für ACA, ebenso wie für IFALPA (International Federation of Air Line Pilots Associations) ist es unabdingbar, dass eine unabhängige Flugunfallkommission die Ursache für das Unglück klären können muss. Nur so können die richtigen Schlüsse gezogen und in Hinkunft solche Ereignisse verhindert werden. Der rasche Ruf nach Verantwortlichen und die Ankündigung von drakonischen Strafen für diese leistet im Gegenzug keinen Beitrag zur Verbesserung der Flugsicherheit.

Global-Pilots-on-Bek-Air-flight-Z2100.pdf

Human Trafficking – Menschenhandel

Eine komplexe Thematik, welche uns alle betrifft. Die organisierte Kriminalität und Terrororganisationen nutzen die Methodik des Menschenhandels, um ihre Strukturen zu finanzieren und gleichzeitig ihre globalen Netzwerke aufzubauen.

Da gerade die Luftfahrt einen schnellen und oft einfacheren Weg als über Land oder Meer bietet, ist es unabdingbar, dass sich die Airline Operator und Crews intensiv mit diesem Thema befassen sollten.

IFALPA nimmt im aktuellen Position Paper 19POS12 dazu Stellung:

Zusammenfassend empfiehlt die IFALPA folgende Schwerpunkte zu implementieren:

  1. Training der Flugbesatzung (Wie erkenne ich einen Vorfall?)
  2. HT –  Procedures (Wie handle ich und gehe mit der Situation um?)
  3. Melde- und Informationskette (definierte HT – Reporting Procedures)
  4. Maßnahmen zur Gewährleistung der Anonymität der Crew
  5. Aufmerksamkeitsbildung mittels Schulungen und Informationskampagnen
19pos12-combatting-human-trafficking-in-aviation.pdf

Command Training

IFALPA hat festgestellt, dass es nötig ist, das Commander-Training international zu standardisieren. In Bezug auf die Luftfahrt hat der Commander, der Captain die letzte Autorität an Bord eines Luftfahrzeuges und die Verantwortung für die sichere Flugdurchführung. Das erfordert spezielles Training.

Mehr über diese Initiative des Weltpilotenverbandes IFALPA können im Dokument zum Download nachgelesen werden.

19pos19-command-training.pdf

ACA im Vorstand der Österr. Akademie für Flugmedizin vertreten

Mitglieder des Vorstandes der Österreichischen Akademie für Flugmedizin haben mich als neues Vorstandsmitglied vorgeschlagen. Das ist eine große Anerkennung für unsere Arbeit als Pilotenvertreter insgesamt und für die gute Beziehung zu dieser wichtigen Institution.

Ich denke, dass wir dadurch noch enger an die Entscheidungsträger in diesem Bereich heranrücken können, empfinde es aber auch als große Verantwortung.