Common concerns, powerful tools – TNA Handbook

Keine transnationale Airline ist gleich, jedoch stehen alle Pilotengruppen innerhalb einer TNA sehr ähnlichen Problemen gegenüber. Welches Arbeitsrecht gilt für welche Crews, wo müssen Steuern beglichen werden und aus welchem Land bezieht man später seine Pension? Wie kann ich Mitarbeiter verstreut über ganz Europa vereinen und ihnen eine starke gemeinsame Stimme verleihen um gegen Social Dumping und anderen kuriosen Markterscheinungen vorzugehen?

All diese Fragen wurden von Piloten aus zahlreichen transnational Airlines aufgearbeitet und in dem TNA Handbook niedergeschrieben. Hier kann man über die verschiedenen Erfahrungen von Vertretern der EasyJet Pilot Group , Norwegean Pilot Group und der Ryanair Transnational Pilot Group nachlesen, sowie zahlreiche andere Informationen zu dem Thema TNA bekommen.

Attached das TNA Handbook 2018.

TNA Handbook 2018

 

Drei Jahre harmonisierte FTLs

Aber welches Jubiläum feiern wir denn? Gute Flugdienstzeiten für europäische Crews? Eher doch gemeinschaftlich harmonisierte Müdigkeit.

Weil sich die EASA auch nicht ganz sicher war, damals im Februar 2016, hat man sich dazu verpflichtet, 6 Bereiche nach 2 Jahren Anwendung der FTLs genauer zu untersuchen. Bis dato hat man nur 2 Bereiche geschafft: Night Duty und Disruptive Schedules. Piloten in der EU dürfen in der Nacht ganze 11 Stunden ohne Pause arbeiten, das hält man für sicher. Wir wissen, dass solche Dienste müde machen.

Unser Dachverband ECA wird die Ergebnisse der Studie bei EASA genau ansehen und – wie wir es aufgrund unserer Erfahrungen bereits an unsere europäischen Kollegen kommuniziert haben – nötige Gesetzesanpassungen fordern. Und wir werden uns nicht mit kosmetischen Empfehlungen begnügen.

Mehr dazu bei ECA.

IFALPA Position Paper: Wind Turbines

Die globale Entwicklung in Richtung “Erneuerbare Energien” ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Die Windenergie beeinflusst maßgeblich deren Erfolgsgeschichte; diese werden aus einem Mix aus sogenannten Onshore und Offshore Windkraftanlagen gewonnen. Die USA hat im Jahr 2000 über Windkraftanlagen 2,53GW an Energie produziert und wird sich von 113,43GW im Jahr 2020 auf voraussichtlich 224GW im Jahr 2031 steigern. Auch in Europa werden wir laut Prognosen noch im Jahr 2020 über 200GW an Strom über erneuerbare Energien produzieren.

In Zukunft soll der steigende Bedarf an Windenergieanlagen über die Installation von weitaus größeren Turbinen via Offshore-Einrichtungen gedeckt werden. Der Bau der Anlagen wird größtenteils über Frachthelikopter durchgeführt und bietet zahlreichen Unternehmen zum einen gute wirtschaftliche Aussichten für die Zukunft, beherbergt aber zum anderen einige Gefahren für die Luftfahrt. Die Firma GE Renewable Energy hat kürzlich Pläne für die Konstruktion eines 12 MW Windkraftwerkes mit einer geplanten Höhe von über 700ft (ca. 213 Meter) veröffentlicht. Eine Bauhöhe, welche teilweise auf der Flughöhe von Helikoptern liegt. Um mögliche Unfälle durch CFIT (controlled flight into terrain) zu vermeiden, müssen einheitliche Regelungen für kommende Riesenwindkraftwerke etabliert werden. Es bedarf einer klar erkennbaren Beleuchtung der Kraftwerke während Tag und Nacht, exakte Höhenangaben der Anlagen für Piloten sowie sogenannte new and temporary structure reportings welche über NOTAMS publiziert werden. Auch die IFALPA hat kürzlich ein Position Paper zu dem Thema Windkraftwerke publiziert:

IFALPA Position Paper-Wind Turbines

 

 

 

 

Was tun bei Drohnen-Sichtung?

Drohnen können eine ernstzunehmende Bedrohung für den Flugverkehr darstellen. Alleine in den letzten Monaten kam es zu zahlreichen sogenannten Incursions mit Drohnen welche in der Folge die Flughäfen London Heathrow und London Gatwick lahm gelegt haben. Der britische Pilotenverband BALPA hat in Zusammenarbeit mit UK CAA und dem Militär Forschungen über die Folgen von Drohneneinschlägen an Flugzeugen durchgeführt und kam zu erschreckenden Ergebnissen. Cockpitscheiben wurden schwer beschädigt oder total zerstört und zudem traten ernstzunehmende Triebwerksschäden bei den Tests auf.

Die “Drone Sighting Guidelines” sind eine ECA Publikation und sollen einen Wegweiser bei einer Drohnensichtung für Piloten und Fluglotsen darstellen.

Drone-Sighting-Guidelines_V6.pdf

Post-Duty Alkotests bald in Japan

Das japanische Verkehrsministerium hat nach einem Vorfall im Oktober strengere Alkoholkontrollen von Cockpit-Crews japanischer Airlines angekündigt – und zwar nach dem Dienst. Ausländische Airlines trifft diese Verschärfung nur bei Stichproben-Überprüfungen. Die Tests sollen im März 2019 beginnen.

http://www.asahi.com/ajw/articles/AJ201812260029.html

Sicherheit 2018

Eine erste Sicherheitsanalyse der kommerziellen Luftfahrt im Jahr 2018

Die ASN Datenbank (Aviation Safety Network der Flight Safety Foundation) listet für 2018 insgesamt 42 tödliche Flugunfälle mit zivilen Maschinen über 12 Passagiersitzen und militärischen Transportmaschinen im zivilen Einsatz, weltweit auf. Die hervorragenden Sicherheits-Kennzahlen von 2017 werden 2018 wohl nicht erreicht werden.

Insgesamt darf die Luftfahrt-Branche aber auf den außerordentlich hohen Sicherheitsstandard sehr stolz sein. Einen wesentlichen Anteil hat daran die verantwortungsbewusste Arbeit der Crews. Die guten Resultate werden auch durch die offene Art, sachlich mit Unfällen umzugehen und stets zum Dazulernen bereit zu sein, erzielt.

ACA weist die Kollegenschaft exemplarisch auf 12 signifikante Unfälle hin:

4. Jänner 2018 Unfall mit Todesfolge eines österreichisch registrierten Flugzeugs (OE-GKA/deutsches AOC, Firmensitz Salzburg). Die Maschine wurde von der Crew nach 2 Tagen Aufenthalt in Kittäla/Finland für einen Überstellungsflug fertig gemacht. Die APU lief zum Aufheizen der Kabine. Als die Flugbegleiterin durch Klopfen an ein Fenster auf eine ungewöhnliche Situation aufmerksam machte, versuchte der Kapitän die Eingangstür zu öffnen. Laut Beobachtung des Copiloten, der wie der Kapitän damit beschäftigt war, Schnee von der Maschine zu kehren, war zum Öffnen hoher Kraftaufwand notwendig. Durch Überdruck in der Kabine öffnete sich die Türe schließlich ‘explosionsartig’ und verletzte den Kapitän tödlich. Die Flugbegleiterin erlitt Verletzungen und genauso wie der Copilot einen Schock.

Der Untersuchungsbericht der finischen Behörde ist abgeschlossen, u.a. war auch ein Vertreter der österreichischen SUB involviert.


11. Februar 2018 Schwerer Unfall der russischen ‘Saratov Airlines’ Antonov An-148 nahe Moskau. Winterliche Wetterbedingungen mit Schneefall. Alle 65 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Die Untersuchung dauert an, es gibt Hinweise, dass die ‘Pitot’ Heizungen nicht eingeschaltet waren und es zu Anzeigefehlern im Cockpit kam. Die Maschine schlug mit hoher Geschwindigkeit am Boden auf.


18. Februar 2018 Eine ATR 72 der Iran Aseman Airlines verunglückt aus Teheran kommend im Anflug auf Yasuj/Iran. Die Maschine sank offensichtlich unter die Minimumhöhe (FL 170/MSA 15 500ft) in Schneefall und bei starkem Wind. Die Kollision erfolgte mit einem Berg in 11 800ft. Alle 60 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.


11. März 2018 Ein fröhlicher Ausflug in die Emirate endet tragisch. Die Tochter eines türkischen Unternehmers fliegt mit dem Firmenjet, Challenger 604 mit 7 Freundinnen zum ‘Polterabend’ vor ihrer Hochzeit nach Sharjah. Die komplette Crew ist ebenfalls weiblich. Am Rückflug ersucht der Flug bei hochreichender konvektiver Bewölkung über dem Zagros Gebirge/Iran um Höhenwechsel von FL 360 auf 380. Laut ‘Flight Data Recording’ zeigt die Geschwindigkeitsanzeige auf der Kapitänsseite unrealistisch hohe Werte im Steigflug. Der ‘Pitch’ wird weiter auf unrealistisch hohe Werte erhöht und der Schub reduziert. Durch ‘Stall’ kommt es zum Absturz. Die 8 Passagiere und 3 Besatzungsmitglieder kommen ums Leben.


12. März 2018 Aus Dhaka/Bangladesh kommend will die Dash 8-400 der ‘US-Bangla Airlines’ in Kathmandu/Nepal landen. Es ziehen Gewitter über den Flughafen. Der erste Anflug endet mit einem Durchstartmanöver. Die Crew sieht beim Durchstart offenbar die Piste und will sofort einen Sichtanflug durchführen. Es kommt im Funkverkehr zu Verwirrung auf welcher Piste gelandet werden soll, 02 oder 20. Nach Freigabe auf 02 zu landen, führt die Dash 8 einen Sichtanflug auf 20 durch, landet 1700m nach der Pistenschwelle und schießt über die Runway hinaus. 47 der 67 Passagiere und alle 4 Besatzungsmitglieder überleben den Unfall nicht.


17. April 2018 11 min nach dem Start in New York/La Guardia kommt es bei der B 737-700 der ‘Southwest Airlines’ zu einem ‘uncontained engine failure’. Teile des Triebwerks beschädigen ein Kabinenfenster und Teile der Tragfläche. Das Kabinfenster bricht und bei der Dekompression wird ein Passagier tödlich verletzt. Die Crew führt eine sichere Landung in Philadelphia durch.


18. Mai 2018 Kurz nach dem Start in Havana/Kuba stürzt die B 737-200 ab und geht in Flammen auf. Die Maschine gehört der mexikanischen ‘Damojh Aerolinas’, fliegt als ‘Global Air’ im Auftrag von ‘Cubana’. 106 der 107 Passagiere und alle 6 Besatzungsmitglieder verlieren ihr Leben.

Um diesen Unfall gibt es Kontroversen. Die Airline beschuldigt die – verstorbenen – Piloten die Maschine nach dem Start ‘überzogen’ zu haben, ASPA Mexico, die Pilotenvereinigung protestiert scharf gegen Beschuldigungen vor dem Vorliegen eines offiziellen Berichts. Die Untersuchungen laufen.


4. August 2018 Eine in Locarno/Schweiz gestartete Junkers Ju-52 der Schweizer ‘Ju-Air’ stürzt am 2540m hohen Piz Segnas ab. Nach einem am 20. November publizierten Zwischenbericht der Schweizer Untersuchungsbehörde gibt es keinen Hinweis auf technische Schwierigkeiten. Korrosion in der Struktur wird als nicht Unfall-kausal gesehen. Derzeitige Klassifikation des Unfalls ist ‘Loss of Control’. Von den 20 Passagieren und 3 Besatzungsmitgliedern überlebt niemand.


10. August 2018 Eine Dash 8-400 der ‘Alaska Airlines’ wird von einem Bodenbediensteten gestohlen, startet in Seattle-Tacoma/USA und stürzt auf eine Insel im Pudget Sound. Der Mann überlebt den Absturz nicht. Da es sich um einen kriminellen Akt handelte, untersucht nur die Sicherheitsbehörde und nicht die Luftfahrt-Unfallbehörde.


28. September 2018 Die B 737-800 der ‘Air Niugini’ startet in Pohnpei/Mikronesien um nach Chuuk/Weno International / Mikronesien zu fliegen. Über dem Flughafen sind Gewitter, die Maschine stürzt ca. 500m vor der Piste ins Meer. 1 Passagier kommt ums Leben, die anderen 34 und die 12 Besatzungsmitglieder werden von Booten gerettet.


29. Oktober 2018 Nach dem Start in Jakarta/Indonesien hat die B 737 MAX 8 Steuerungsprobleme. Alle 181 Passagiere und die 8 Besatzungsmitglieder überleben den Absturz ins Meer nicht. Ein Zwischenbericht liegt vor. Der schadhafte AOA (Angle of Attack) Sensor ist identifiziert. Das falsche Signal hatte zu kontinuierlichem ‘nose down trim’ geführt. Die FAA hat eine ‘Emergency Airworthiness Directive’ herausgegeben, bei Auftreten des Fehlers ist in Zukunft das Trimm-System abzuschalten.


9. November 2018 Die ‘Air Jamaica’ B 757 meldet nach dem Start in Georgetown/Guyana, Probleme mit der Hydraulik. Es wird eine Rücklandung in Georgetown durchgeführt, bei der die Maschine schwer beschädigt wird. Ein Passagier verliert das Leben, die anderen 120 und die 8 Besatzungsmitglieder überleben.


Peter Beer 2.1.2019

Jonglieren am europäischen Himmel

ECA hat einen neuen Präsidenten. Capt. Jon Horne skizziert in seiner ersten Aussendung die Situation am europäischen Himmel. Was wir heuer im Sommer erlebt haben, ist eine Folge von zu vielen Flugzeugen, die gen Himmel geschickt wurden, kombiniert mit immer größerem Druck hin zu kosteneffizienterem Arbeiten (= Arbeitsplätze fallen weg) in allen Bereichen der zivilen Luftfahrt. Das Ergebnis sind übermüdete Arbeiter (und Crews), immer mehr, die aufgrund der hohen Belastung krank werden, oft bis zum Burnout.

Lesen Sie hier den gesamten Text.

Das neu gewählte ECA Board v.l.n.r.: Karine Gély, Professional Affairs Board Director
Tanja Harter, Technical Affairs Board Director
Jon Horne, ECA President
Otjan de Bruijn, Vice-President
Clemens Kopetz, Admin & Finance
Alessandro de Blasio, Professional Affairs Board Director

Zürser Tage für Flugmedizin 2018

Der Präsident der österreichischen Akademie für Flugmedizin – Herr Prof. Köstler – hat soeben den diesjährigen Kongress beendet. Es wird nachmittags noch die Glegenheit zu informellen Gesprächen geben.

Dieses Treffen hat wieder gezeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Flugmedizinern und Pilotenvertretern ist, um gegenseitiges Verständnis zu fördern. Die österreichische Akadmemie für Flugmedizin wird verstärkt die Arbeitsbedingungen, unter denen wir Piloten die Sicherheit im Flugverkehr sicherstellen müssen, thematisieren. Lange Arbeitszeiten, kurze Ruhezeiten, zunehmender Druck, abenehmende Ressourcen,.. die Liste der “Problemzonen” könnten noch sehr lange fortgeführt werden. Durch viele intensive Diskussionen und Gespräche im “kleinen Kreis” konnten unserer Anliegen gut dargestellt werden. Daher werden sich die österreichischen Flugmediziner in absehbarer Zukunft verstärkt für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für uns Piloten einsetzen und auch die verantwortlichen Stellen auf österreichischer und internationaler Ebene mit wissenschaftlichen Erkenntnissen konfrontieren. Ich verspreche mir davon, dass unseren Forderungen mehr Nachdruck verliehen wird und wir einen Partner bei unseren Anliegen gewinnen konnten.

In einer der nächsten “aca-info”-Ausgaben wird es eine Zusammenfassung dieser Tagung in Zürs geben.

Zürser Tage für Flugmedizin 2018

Am heutigen Tag gab es viel Neuigkeiten von der Behörde bzgl. EASA Vorgaben für die medizinische Untersuchung von Piloten. Hier wird es zu Änderungen kommen, die wir für unsere Mitglieder recht genau verfolgen werden.

Aus den Vorträgen der Flugpsychologie geht hervor, dass die psychische Unterstützung für Piloten immer wichtiger wird, da sich die Rahmenbedingungen doch sehr dramatisch verschlechtert haben und es dadurch zu enormen Belastungssituationen kommen kann. Die Angst vor drohendem Arbeitsplatzverlust durch Krankheit oder kritischen Leistungsbeurteilung im Flugdienst (Simulator, Line-Check…) ist nicht nur in Österreich oder Europa sehr aktuelles Thema – weltweit berichten viele Kollegen im internationalen Pilotenverband von ähnlichen Problemfeldern. Der Bedarf an anonymer Hilfestellung ist stark angestiegen.

Von den Teilnehmern hier in Zürs wurde mehrfach ein Umdenken bei der EASA thematisiert – vor allem, wenn es um steigende Belastungen (Flugdienstzeiten, pay to fly, Arbeitsbedingungen,…) geht.

Der Kongress geht zwar erst morgen zu Ende – man kann aber schon jetzt sagen, dass dieses Treffen der Flugmediziner und Flugpsychologen einen wertvollen Beitrag zur Flugsicherheit leistet.

Zürser Tage für Flugmedizin 2018

Gestern wurde in einem sehr feierlichen Rahmen das 25-jährige Bestehen der Akademie für Flugmedizin gefeiert. Neben zahlreichen Politkern waren auch Vertreter der Presse und des ORF anwesend. Dabei wurde die Arbeit der österreichischen Akademie für Flugmedizin gwürdigt.

Neben den Feierlichkeiten gab es aber auch sehr interessante Vorträge – vor allem der Kardiologen. Fragestellungen – ob bzw. unter welchen Bedingungen Piloten mit Herzschrittmacher fliegen dürfen – wurden erörtert.

Heute liegt der Schwerpunkt bei der Flugpsychologie. Darüber hinaus werden Vertreter der Austro Control neue Bestimmungen vorstellen.