Immer wieder erreichen uns Anfragen, die Ausbildung zum Berufs- bzw. Linienpiloten betreffend. Wir wollen auf dieser Seite einen Überblick über die verschiedenen Wege in ein Cockpit geben.
Im Wesentlichen gibt es drei Wege in das Cockpit eines österreichischen Flugzeuges:
Im Rahmen der so genannten "Ab-initio"-Ausbildung wird die Pilotenausbildung zur Gänze vom jeweiligen Unternehmen vorfinanziert. Im Gegenzug dazu, muss eine Rückzahlungsverpflichtung mit dem Unternehmen eingegangen werden. Eine fliegerische Vorbildung ist bei diesem Ausbildungsweg nicht notwendig.
In Österreich bieten derzeit nur die beiden größten Unternehmen, Austrian Airlines und Tyrolean Airways, die so genannte "Ab-initio" Ausbildung an. Bei beiden Unternehmen muss ein mehrtägiges Auswahlverfahren durchlaufen werden, bevor dem Bewerber ein Ausbildungsplatz angeboten wird. Die Zugangsvoraussetzungen variieren je nach der Bedarfslage an Piloten. Derzeit (Stand 2009) gilt bei Austrian ein Alterslimit von 17-29 Jahren für Bewerber und der Abschluss einer höheren Schule (Matura) als Mindestqualifikation um zur Selektion zugelassen zu werden. Bei Tyrolean ist das Mindestalter 19 Jahre.
Die Ausbildung dauert rund zwei Jahre und erfolgt sowohl in Österreich, als auch im Ausland, bevor nach Erwerb der "Typenberechtigung" der erste Einsatz im Liniendienst erfolgt. Genaue Informationen zum Ablauf der Selektion und der Ausbildung bei Austrian Airlines finden sie auf www.pilotrecruitment.at.
Alle österreichischen Luftfahrtunternehmen und beinahe auch alle europäischen Unternehmen stellen auch so genannte "Ready-Entry" Piloten ein. Das sind Piloten, die sich bereits mit einem gültigen Berufs- bzw. Linienpilotenschein bei einem Unternehmen bewerben.
In diesem Fall hat der Bewerber entweder bereits eine militärische Fliegerausbildung hinter sich oder sich seine fliegerische Ausbildung selbst vorfinanziert. Da nur sehr wenige Airlines aus Kostengründen auch "Ab-initio" Ausbildungen anbieten, sind sehr viele Piloten in Österreich & Europa so genannte "Ready-Entries". Die Auswahl an Unternehmen, die fertige Piloten anstellen, ist daher auch entsprechend größer. Nicht erspart bleibt dem Bewerber allerdings trotzdem das, im Regelfall mehrstufige, Selektionsverfahren.
Eine selbst finanzierte Ausbildung bietet daher trotz der hohen Kosten keine Arbeitsplatzgarantie in einem Cockpit!
Der Karriere als Militärpilot geht ein mehrstufiges medizinisches und psychologisches Auswahlverfahren voraus. Das Maximalalter für den Beginn der Ausbildung liegt derzeit (Stand 2009) bei 23 Jahren.
Nach der dreijährigen Ausbildung zum Militärpiloten erfolgt der Einsatz auf einem der Flugzeugmuster des österreichischen Bundesheers.
Die Ausbildung wird zur Gänze vom österreichischen Bundesheer finanziert und geht mit einer mindestens 8-jährigen Verpflichtungsdauer einher.
Nähere Informationen zum Themenkreis Militärpilot finden sie auf der Homepage des österreichischen Bundesheeres (www.bundesheer.at) unter der Rubrik Streitkräfte/Luftstreitkräfte.